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Tierrechte

EU: Schlappe für Anti-Wolf-Mafia

Die EU-Kommission will die stark wachsende Population der Wölfe trotz der steigenden Attacken auf Schafherden und andere Nutztiere nicht zum Abschuss freigeben. Eine Änderung des besonderen Schutzstatus für Wölfe sei nicht geplant, erklärte EU-Umweltkommissar Karmenu Vella am 15.5.2018 bei einer Veranstaltung im Europäischen Parlament in Brüssel.

Redaktion Wild beim Wild — 16. Mai 2018

Die EU-Kommission will die stark wachsende Population der Wölfe trotz der steigenden Attacken auf Schafherden und andere Nutztiere nicht zum Abschuss freigeben. Eine Änderung des besonderen Schutzstatus für Wölfe sei nicht geplant, erklärte EU-Umweltkommissar Karmenu Vella am 15.5.2018 bei einer Veranstaltung im Europäischen Parlament in Brüssel.

Koexistenz von Mensch und Wolf

«Es geht um die Wahrung des Naturerbes. Wir brauchen die Koexistenz von Mensch und Wolf», erklärte Vella. Nutztierzüchter aus ganz Europa klagten in Brüssel über zunehmende Verluste in ihren Herden und forderten mehr Handhabe gegen die Beutegreifer – bis hin zum Abschuss. «Die Koexistenz funktioniert nicht», meinte etwa einer der Schafzüchter. Frankreich, Spanien, Italien und auch Österreich meldeten in den vergangenen Monaten einen Anstieg von Tierrissen durch Wölfe.

Der Wolf wurde in Mittel- und Westeuropa Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet, im Osten und Süden des Kontinents überlebten die Tiere. In den vergangenen 20 Jahren kehrten die Wölfe wieder in die früher von ihnen besiedelten Gegenden Europas zurück. Insgesamt dürften in Europa zwischen 10’000 und 20’000 Wölfe leben, genaue Zahlen gibt es nicht. Wölfe sind international streng geschützt. Die entsprechenden Regelungen finden sich völkerrechtlich in der Berner Konvention und EU-rechtlich in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie.

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EU empfiehlt effizienteren Herdenschutz

Daran soll sich laut EU-Kommission grundsätzlich auch nichts ändern. Umweltkommissar Vella warnte vor einer «Schwarz-Weiss-Debatte» und empfahl Mitgliedsländern und Tierhaltern effizientere Schutzmassnahmen: Elektrozäune, modernes Weidenmanagement, Schulungen für Landwirte und, wenn alles nichts hilft, finanzielle Kompensation beim Verlust von Nutztieren.

«Warum erwartet alle Welt, dass die Lösung aus Brüssel serviert wird?», so Vella.

Niedersachsen zeigt: Herdenschutz funktioniert

Stefan Wenzel, früherer Umweltminister von Niedersachsen, hält indes wenig vom Abschuss. Das deutsche Bundesland hat in den vergangenen Jahren ein eigenes Wolfskonzept entwickelt und umgesetzt. Ergebnis: Gutes Herdenmanagement und guter Herdenschutz helfen. Mit Elektrozäunen, Herdenschutzhunden und der Vermeidung von Futterkonditionierung auf Menschennähe sowie Förderungen und Ausgleichszahlungen bei Schäden habe man in Niedersachsen gute Erfolge erzielt. Die Hobby-Jagd als Populationskontrolle scheitert auch beim Wolf. Mehr zu Tierrechten.

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