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Wildtiere

Alle Vögel sind nicht weg

Eissturm, Glätte und jede Menge Schnee: Der Winter hat das Land im Griff. Insektenfresser unter den gefiederten Fliegern wie Schwalben, Grasmücken oder Rohr- und Laubsänger sind längst Richtung Süden davongeflogen. Doch nicht alle Vögel sind weg. Im Wald und in der Feldflur, in städtischen Parkanlagen und auf Friedhöfen hört man sie zwitschern und singen. Darunter

Redaktion Wild beim Wild — 1. Februar 2018

Eissturm, Glätte und jede Menge Schnee: Der Winter hat das Land im Griff. Insektenfresser unter den gefiederten Fliegern wie Schwalben, Grasmücken oder Rohr- und Laubsänger sind längst Richtung Süden davongeflogen. Doch nicht alle Vögel sind weg. Im Wald und in der Feldflur, in städtischen Parkanlagen und auf Friedhöfen hört man sie zwitschern und singen. Darunter sind nicht nur einheimische Arten, sondern auch Wintergäste aus dem hohen Norden.

Einheimische Sänger trotzen der Kälte

Vor allem das brustrotgefiederte Rotkehlchen ist mit seinem lauten «Tick-ick-ick» in Hecken und auf Bäumen gut zu hören: «Auch Kohl- und Sumpfmeise sind im Winter fleissige Sänger. Der Kleiber ist im Wald jedoch stimmlich unangefochten», sagt Michael Tetzlaff, Ornithologe in Wildtierland Gut Klepelshagen in Mecklenburg-Vorpommern. «Sogar der kleine Zaunkönig lässt jetzt seinen melodischen Gesang hören.» Neben dem Gartenbaumläufer rufen überall die kleinen Wintergoldhähnchen. Die quirlige Art, die in grösseren Trupps lautstark auf sich aufmerksam macht, bevölkert mit zahlreichen Bergfinken die Wälder. Schwarz- und Grünspecht stimmen mit lautstarken Rufen ein. Ab Februar fangen dann auch die Buntspechte mit ihrem Balztrommeln an. Auch wenn die Feldflur fast vogelfrei scheint, kann man dort viele Vögel aus dem hohen Norden beobachten. «Sie sind hier, um der grimmigen Kälte in der arktischen Tundra zu entfliehen», erklärt der Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. Raufussbussarde und Raubwürger aus Skandinavien lauern Mäusen auf. In ihrer Brutheimat wären diese jetzt unter einer dicken Schneedecke verborgen und für die Vögel nur schwer zu erreichen.

Wintergäste aus dem hohen Norden

Tausende Wacholderdrosseln fallen jetzt über die wenigen vereisten Früchte her, die noch an den Sträuchern hängen. Mit den verwandten Rotdrosseln lassen sie sich die Beeren schmecken. Viele Kilometer von der Brutheimat entfernt ziehen derzeit auch tausende Birken- und Erlenzeisige durch unsere Lande. Ihr Name verrät ihre Fressgewohnheit: Sie sind auf der Suche nach Erlen- und Birkensamen, sammeln auch vorjährige Fruchtstände von Brennnessel und Beifuss ab. «Da mittlerweile in vielen Gegenden die Feldflur von Wildkräutern und heimischen Sträuchern bereinigt wurde, gibt es kaum noch ausreichend Nahrung für unsere kleinen Wintergäste», betont Michael Tetzlaff. Daher ist es umso wichtiger, im Garten heimische Gehölze zu pflanzen und das eine oder andere Wildkraut stehen zu lassen. «So helfen Sie Singvögeln über den Winter!»

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Singschwäne und Seidenschwänze als Highlights

Auf offenen Gewässern sind die melodischen Gesänge der Singschwäne zu hören, die aus dem Baltikum zu uns kommen. Die unangefochtenen Stars unter den Wintergästen sind die farbenfrohen Seidenschwänze aus der Taiga. «Ihr ungewöhnliches Aussehen, das weithin hörbare Klingeln in ihren Stimmen – das sind für mich Highlights des Winters», sagt Tetzlaff. Im März verlassen uns die Gäste aus dem Norden wieder; dann kommen die Heimkehrer aus dem Süden zurück. Mehr zu Wildtieren und Umwelt und Naturschutz auf wildbeimwild.com.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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