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Umwelt & Naturschutz

Kanton Wallis schiesst auf die falschen Wölfe

Im Herbst und im Winter dürfen seit 2023 einzelne Wölfe und auch ganze Rudel geschossen werden. Die Kantone müssen dafür die Erlaubnis beim Bundesamt für Umwelt ersuchen. Bereits in der Saison 2023/24 lag die Fehlerquote im Wallis bei 50 Prozent – im zweiten Jahr in Folge.

Redaktion Wild beim Wild — 21. Juli 2025

Der Wolf hat in den letzten Jahren in der Schweiz, insbesondere im Kanton Wallis und Graubünden, für viel Diskussion und Kontroversen gesorgt.

Die Rückkehr des Wolfs in die Alpenregion hat erfreuliche Aspekte hervorgebracht. Während Naturschützer den Wolf als ein wichtiges Element eines gesunden Ökosystems betrachten, sehen viele landwirtschaftliche Betriebe in ihm eine Bedrohung. Landwirte müssen deshalb Zugang zu effektiven Ressourcen und Informationen über Möglichkeiten haben, ihre Tiere besser vor Wölfen zu schützen, wie Zauninstallationen, Behirtung oder den Einsatz von Herdenschutzhunden.

Der Kanton Wallis hat zwischen September 2024 und Januar 2025 insgesamt 34 Wölfe mit teils illegalen Methoden auf der Jagd erlegt. Dabei zeigte eine DNA-Analyse, dass nur die Hälfte der getöteten Tiere zu den vom Bundesamt für Umwelt genehmigten Problemrudeln gehörte.

Die Entscheidung, einen Wolf zu schiessen, sollte auf fundierter wissenschaftlicher Forschung basieren, um sicherzustellen, dass die richtigen Individuen betroffen sind und die Population nicht durch miserabel geschulte Hobby-Jäger gefährdet wird.

Die anderen Wölfe waren zur falschen Zeit am falschen Ort und wurden somit unnötig abgeschossen. Das Vorgehen der Walliser Behörden basiert auf der Annahme, dass alle Wölfe im festgelegten Abschussgebiet legal getötet werden dürfen, unabhängig davon, ob sie problematisch sind oder nicht.

Kritiker, darunter Tier- und Naturschützer, bemängeln die hohe Fehlerquote und fordern eine genauere Überprüfung.

Im Vergleich dazu erzielt der Kanton Graubünden andere Ergebnisse, da dort ohne Ethik und Moral gezielt Welpen abgeschossen werden, was international geächtet ist. Zudem gilt diese Vorgehensweise als nicht waidmännisch. Viele der Schützen sind selbst im Besitz eines Hundes, was zusätzliche Fragen der psychischen Hygiene aufwirft.

Das BAFU unterstützt die bisherigen Massnahmen im Wallis und Graubünden trotz Kritik von der Berner Konvention und sieht keine Notwendigkeit, das Vorgehen zu ändern, obwohl die hohe Fehlerquote nicht akzeptabel ist.

Wenn insbesondere ein Wolf geschossen wird, der nicht zu den problematischen Tieren gehört, kann dies langfristig zu einem Anstieg der Probleme führen. Hinderungsgründe sind:

  • Rudelstruktur: Wölfe leben in Rudeln, und wenn ein Alpha-Tier geschossen wird, kann dies die gesamte Rudelstruktur destabilisieren. Dies kann dazu führen, dass andere Wölfe auf neue Gebiete ausweichen, was die Konflikte mit Menschen und Viehbestand verstärkt.
  • Erfahrung und Lernen: Ältere Wölfe haben oft mehr Erfahrung im Umgang mit Nutztieren und können dazu beitragen, dass jüngere, unerfahrene Wölfe nicht in Konflikt mit landwirtschaftlichen Betrieben kommen. Das Entfernen solcher Wölfe kann unbeabsichtigte Konsequenzen haben.

Massnahmen zur Problemlösung

Eine breitere Aufklärung der Bevölkerung über das Verhalten von Wölfen und deren Rolle im Ökosystem kann helfen, Ängste abzubauen und ein besseres Verständnis für die komplexen Zusammenhänge zu fördern.

    Wölfe und andere Spitzenprädatoren spielen eine wichtige Rolle in natürlichen Ökosystemen. Inmitten einer weltweiten Krise, die zu einem weitverbreiteten Zusammenbruch der Artenvielfalt führt, tragen Wölfe nach Ansicht von Naturschützern dazu bei, die Arten, die sie jagen, gesund zu erhalten, indem sie schwache oder kranke Tiere jagen und die Ausbreitung von Krankheiten wie der Borreliose verringern. Sie halten die Populationen von Rehen, Wildschweinen und anderen Huftieren in Schach und in Bewegung, sodass Pflanzen und Sträucher, die sonst gefressen werden könnten, eine Chance zum Wachstum haben. Ihre Anwesenheit wird von Umweltschützern als ein Zeichen der Hoffnung für die Erholung der Natur gefeiert.

    In Wald und Flur sind häufig sinnfrei Hobby-Jäger unterwegs, die versuchen, die Natur zurechtzuschiessen, sodass sich Rehe und Hirsche verstecken. Hobby-Jäger stören die Populationsdynamik. Wo Rehe und Hirsche aufgrund starker Bejagung sehr scheu sind, meiden sie deckungsarme Flächen, auch wenn sie gute Nahrung bieten. Sie bleiben dann im Wald, wo es ausser jungen Bäumen wenig zu fressen gibt. Weil Wildtiere also wegen des Jagddrucks oft nichts anderes zu fressen finden, knabbern sie im Wald Bäume an. Dabei können sie einen nicht unwesentlichen Teil der Jungbäume zerstören, die aber zum Umbau des Waldes wichtig sind.

    Der Schutzwald in der Schweiz ist von grosser Bedeutung für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung sowie für den Schutz der Umwelt. Er erfüllt mehrere wichtige Funktionen:

    • Schutz vor Naturgefahren: Schutzwälder stabilisieren den Boden und verhindern Erdrutsche, Muren und Steinschläge, insbesondere in bergigen Regionen. Dadurch schützen sie Siedlungen, Strassen und Infrastruktur vor Schäden und Gefahren.
    • Schutz vor Hochwasser: Durch die Bindung von Wasser und die Verzögerung des Abflusses tragen Schutzwälder dazu bei, Hochwasserereignisse zu mildern und Überschwemmungen zu verhindern.
    • Erhaltung der Biodiversität: Schutzwälder bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und tragen zur Artenvielfalt bei.
    • Klimaschutz: Wälder speichern CO₂ und tragen somit zum Klimaschutz bei. Der Schutzwald ist ein wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Forstwirtschaft und des Umweltschutzes.
    • Erholung und Naturerlebnis: Schutzwälder sind auch Orte der Erholung, bieten Naturerlebnis und tragen zur mentalen Gesundheit bei.

    Insgesamt ist der Schutzwald in der Schweiz essenziell, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, die Umwelt zu bewahren und die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Die Pflege und der Erhalt dieser Wälder sind daher zentrale Aufgaben im Schweizer Naturschutz.

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