2. April 2026, 11:07

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Kriminalität & Jagd

Schweiz verkauft Massaker an Wölfen als Erfolg

Vom 1. September 2024 bis am 31. Januar 2025 haben Kantone den Wolfsbestand in der Schweiz zum zweiten Mal terrorisiert und ein Massaker veranstaltet, orchestriert durch den Bundesrat Albert Rösti (SVP).

Redaktion Wild beim Wild — 1. Juni 2025

Der rechtsbürgerliche Bundesrat Albert Rösti (SVP) und Fan vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat für den Wolf überhaupt kein Herz.

«Der Wolf hat in der Schweiz nichts verloren«, posaunte er schon 2021 in einer Fernsehkamera eines Privatsenders. Ein Ex-Bundesrat der gleichen Partei macht Wahlkampf für die gesichert rechtsextreme AfD und ist mit Alice Weidel per Du.

Nach seiner Wahl zum Bundesrat hat Albert Rösti seine Macht missbraucht und die Politik sowie Behörden manipuliert.

Es wurden Gesetze gebrochen, demokratische Volksentscheide übergangen und illegale Jagdmethoden implementiert. Das Ganze ähnelt einer Geisterbahnfahrt in einem Lunapark.

Über 145 Wölfe wurden in der Schweiz seither auf der Jagd massakriert – darunter Eltern- und Jungtiere, nicht freigegebene Individuen, sogar geschützte Arten wie Luchse und ein Herdenschutzhund, alles überwiegend ohne Schadensnachweis.

Dies, obwohl bereits ein Rückgang der Nutztierrisse durch Wölfe begann, bevor die Rechtsbürgerlichen die Massaker an den Wölfen organisierten. Die Ursache beim Rückgang der Nutztierrisse ist und bleibt der verbesserte Herdenschutz – nicht das Gewehr. Eine ähnliche Situation kann man zurzeit in Brandenburg beobachten.

Nicht nur im Kanton Wallis hat man bei dem Massaker 2024/25 die falschen Wildtiere mit Hobby-Jägern erschossen. Dort sollen 11 der geschossenen Wölfe gar nicht zu denjenigen Rudeln gehört haben, die zum Abschuss freigegeben wurden. Das geht aus genetischen Verwandtschaftsanalysen aus einem Labor der Universität Lausanne hervor.

Die Kantone haben immer wieder falsche Angaben gemacht, Jagdgesetze gebrochen, fehlerhafte Datenübertragungen kommuniziert und Situationen falsch eingeschätzt. Die zuständigen Ämter in den Kantonen sind den Herausforderungen nicht gewachsen, und auch die Sorgfalt lässt zu wünschen übrig, was die vielen Beschwerden bei den Gerichten bestätigen. Mit juristischer Trickserei werden viele Beschwerden wie in einem rechtsfreien Raum vorsorglich abgeblockt.

Nun hat das verantwortliche Bundesamt (BAFU) die Massaker, die unter anderem von der Berner Konvention und über 200 Naturschutzorganisationen auf sechs Kontinenten kritisiert werden, in einem «Bericht» abgearbeitet.

Dieser Kriegsrapport aus dem Büro von Katrin Schneeberger ist ein Sammelsurium an Widersprüchen, Verfälschungen, Fehlinterpretationen, Missachtung nationaler und internationaler Gesetze und Lügengeschichten. Es ist ein Jammer, dass Steuergelder für derartige Schlampereien verschwendet werden.

Schon die Einleitung ist eine Verfälschung. Es ist gerade umgekehrt. Die Nutztierrisse gingen vor den Massakern zurück und Wolfbestände haben angefangen, sich einzupendeln.

Der Wolfsbestand reguliert sich (auch die Füchse) ab einer bestimmten Anzahl in einem Gebiet selbst und wächst nicht mehr weiter an, sondern dehnt sich länderübergreifend aus. Zu den Regulationsmechanismen gehören vermehrte Revierkämpfe, eine erhöhte Jungtiersterblichkeit oder ein begrenztes Nahrungsangebot.

Die Anzahl Risse ist nicht vom Wolfsbestand abhängig, sondern von den Herdenschutzmassnahmen. So gab es in der Vergangenheit Jahre mit besonders vielen Schäden trotz tiefem Wolfsbestand. Der grösste Teil der getöteten Nutztiere wird aus ungeschützten Alpen gerissen.

Die Halter der Nutztiere zerstören und beanspruchen den Lebensraum der Wildtiere bis hoch ins Gebirge.

Bei einer genauen Analyse gibt es praktisch keinen Abschnitt in dem Bericht vom BAFU, der geistreich von Bedeutung ist. Die Massaker regulieren gar nichts, sondern dezimieren temporär. Was ist daran nachhaltig, wenn dafür jährlich dutzende Millionen an Steuergeldern verschwendet werden? Die Berner Konvention fordert ausdrücklich mehr Herdenschutz und nicht letale Methoden im Umgang mit dem Beutegreifer.

Zudem hat die Schweiz völlig willkürlich zwölf Rudel als zulässige Zahl festgelegt. Laut Fachleuten wäre mindestens zwanzig eine wissenschaftliche Basis.

Spätestens bei Punkt 5.5 hat man von dem Ramschniveau, Fiktion und Aberglauben des Berichtes aus dem Büro von Katrin Schneeberger genug. «Obwohl die Schweiz nicht auf eine jahrhundertelange Hirtentradition zurückblicken kann …» Dazu sagt die Wissenschaft: Bereits 5’000 v. Chr. begannen Hirten im Südwesten des Landes, ihre Herden auf die Alp zu bringen. Hirten, die ihre Herden hüten, haben in der Schweiz also eine lange Tradition.

Katrin Schneeberger und ihr Team stehen völlig im Schilf. Die Pseudo-Wissenschaft beim Bundesamt ist der eigentliche Schaden schlechthin, mit ihrer realitätsfremden Schönrederei der Massaker und hat offenbar auch kein Rückgrat und Ethik, sich gegen falsche Politik zu wehren.

Man kann nur hoffen, dass es noch mehr Anzeigen, Beschwerden, Rücktritte, Amtsenthebungsverfahren und dergleichen hagelt.

Seit der Wolf 1995 in die Schweiz zurückgekehrt ist, ist es noch nie zu Angriffen auf Menschen gekommen. Im Vergleich dazu hat die Hobby-Jagd Dutzende Menschenleben gefordert. Dazu kommen jährlich hunderte Verletzte. Und im sektenartigen Hobby-Jäger-Milieu werden von den Kantonen jährlich tausende Anzeigen und Bussen verhängt, weil diese Hobby-Jäger der Verantwortung nicht gewachsen sind und jetzt auch noch auf die Wolfsjagd gehen.

Der Wolf ist nicht im Jagdrecht enthalten, genauso wie der Steinbock, Wildkatze, Luchs, Goldschakal, Bär, Fischotter usw. Alle gelten als geschützt, steht auf der Webseite vom BAFU. Ergo dürfen Hobby-Jäger auch nicht Hand anlegen. Dies ist nur der Wildhut vorbehalten. Der Wolf ist und bleibt ein geschütztes Tier, und ein Hobby-Jäger hat nicht das Recht, ihn wie alle anderen geschützten Tiere ins Visier zu nehmen. Auch der Jagdpräsident Charles-Henri de Luze im Kanton Waadt hat sich ganz klar dazu geäussert, dass dies, wenn überhaupt, die Aufgabe der Wildhut sei. Alles andere ist eine Verfälschung derjenigen, die selbst immer wieder grosse Schäden verursachen. In der eidgenössischen Jagdstatistik werden auch keine Daten über die Abschüsse der Wölfe erhoben.

Beim BAFU und den kantonalen Verwaltungen für die Jagd geht es nicht um Wissenschaft, sondern wie auf einem Jahrmarkt um die Präsentation von Schiessbudenfiguren. Jagdfreie Gebiete wie der Nationalpark, wo die Bestände bei Gämsen und Steinbock seit Jahrzehnten stabil sind oder ganze Länder mit einem Jagdverbot beweisen dies eindeutig. In Luxemburg ist die Fuchsjagd seit über 10 Jahren verboten, weil sich der gesunde Menschenverstand und die Wissenschaft durchgesetzt haben. Der Kanton Wallis hat kürzlich wieder die Trophäenjagd auf Steinböcke für zahlungskräftige Ausländer erlaubt. In diesen Ämtern sind Hobby-Jäger an den Schaltwerken, die auch auf Gesetzesebene Leid schaffen wollen.

Die Biomasse

Die Biomasse aller Wildtiere (vom Elefant bis zur Haselmaus) beträgt heute nur 3 %. Das bedeutet, der Mensch und seine meist unter tierquälerischen Umständen gezüchteten Nutztiere stehen gegenüber allen auf den Kontinenten befindlichen Wildtieren im Verhältnis 97 % zu 3 %! Eine Unverhältnismässigkeit sondergleichen, die uns zu denken geben sollte.

Kreisdiagramm zur weltweiten Biomasse von Landwirbeltieren, das zeigt, dass Nutztiere 65%, Menschen 32% und Wildtiere 3% der Biomasse ausmachen.

Die schweizerische Landwirtschaft ist extrem übersubventioniert und hat gefährliche industrielle Ausmasse angenommen. So wurden im Jahr 2023 über 80 Millionen Tiere geschlachtet.

Dazu sind 2023 wegen mangelnder Hirtetätigkeit rund 56’500 Schafe gestorben – aber nur etwa 1’000 davon wurden wegen mangelhaftem Herdenschutz von Wölfen gerissen. Das sind weniger als 2 % der Todesfälle! Dazu rund 1’023 Rinder – aber nur 6 davon wurden von Wölfen gerissen. Das sind weniger als 0,6 % der Todesfälle während der Sömmerung!

Der Anteil der bedrohten Arten ist laut der UNO in keinem Land der Welt so gross, wie in der Schweiz.

Aber die entsprechenden Lobbyverbände und Rechtsbürgerlichen stellen den Wolf als Sündenbock dar. Im Jahr 2024 wurden alle Anträge für ein Wolfsmassaker mit der Prävention vor Schäden an Nutztiere begründet! Was für ein Hohn, wenn die gleichen Kreise 80 Millionen Tiere zum Schlachthof karren.

Die rückwärtsgewandte Jagdpolitik beschädigt das ökologische Gleichgewicht, schadet dem Forst, dem Schutzwald und dem internationalen Ansehen der Schweiz. Das Ansehen eines Landes, das sich gerne rühmt, das beste Tierschutzgesetz der Welt zu haben, hat seit der Ernennung von Albert Rösti zum Bundesrat enormen Schaden genommen.

Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Nicht der Wolf ist das Problem. Das Problem sind die, die ihn zum Feindbild machen, um von ihrem eigenen psychologischen, politischen oder moralischen Versagen abzulenken.

Dossier: Wolf Schweiz: Fakten, Politik und Grenzen der Jagd

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