Tierärzte sollen Wildtiere in der Not sofort behandeln dürfen
Verletzte Wildtiere sollen rasch behandelt werden, ohne zeitraubende Behördenbewilligung. Ein Vorstoss fordert Soforthilfe durch Tierärzte.
Verletzte Wildtiere sollen rasch behandelt werden können, ohne erst eine zeitraubende behördliche Bewilligung einholen zu müssen.
Das fordert die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) in ihrer Stellungnahme zur Revision der Jagdverordnung.
Wohin mit dem kranken Igel oder dem verletzten Vogel im Garten? Privatpersonen, welche ein geschwächtes oder verletztes Wildtier finden, bringen dieses häufig in eine Tierarztpraxis. Nach heutigem Gesetz müssen Tierärztinnen und Tierärzte zuerst eine Bewilligung einholen, bevor sie das Tier behandeln dürfen. Im Notfall braucht ein verletztes Wildtier jedoch sofort Hilfe.
Mit der Änderung der Jagdverordnung sollte die Rechtslage in dieser Sache vergangenes Jahr endlich geklärt werden. Weil das Jagdgesetz abgelehnt wurde, war die vorgesehene Revision der Jagdverordnung jedoch vom Tisch. Nun hat das Parlament den Bundesrat beauftragt, die dringlichsten Massnahmen zum Jagdgesetz auf dem Verordnungsweg zu regeln. Die GST fordert, dass ein Passus zur Erstversorgung von verletzten Wildtieren darin aufgenommen werden muss. Die jetzige Situation ohne schweizweit einheitliche gesetzliche Grundlage ist aus Sicht des Tierschutzes nicht mehr haltbar und bedarf einer dringenden Anpassung.
Anforderungen für Wildtierpflegestationen
Die GST-Fachsektion für Wild-, Zoo- und Heimtiermedizin (SVWZH) hat Anforderungen für Wildtierpflegestationen sowie die kurzfristige Unterbringung und medizinische Versorgung von Wildtieren definiert.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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