Martin Neukom wird neuer Baudirektor des Kantons Zürich
Der Grüne Martin Neukom wird neuer Baudirektor des Kantons Zürich. Er ist ein Befürworter der Volksinitiative «Wildhüter statt Jäger».
Der Verein pro Töss-Auen ist hocherfreut über die Ernennung von Martin Neukom zum neuen Baudirektor. Herr Neukom wird ganz viele Baustellen, die der scheidende Baudirektor Markus Kägi hinterlässt, nachbessern und fertigstellen müssen.
Somit hat die Jagdschiessanlage Au in Embrach möglicherweise nicht allererste Priorität. Als Mitglied der grünen Partei wird der neue Baudirektor aber der Umwelt und deren Schutz bestimmt einen höheren Stellenwert einräumen, als dies in den letzten zwölf Jahren der Fall war.
Die Töss-Auen zwischen Dättlikon und Freienstein sind die drittgrössten bundesrechtlich geschützten Auen im Kanton Zürich. Dass seit deren Unterschutzstellung vor 15 Jahren keine Anstrengungen zur Umsetzung des Auenschutzes gemacht worden sind, geht auf das Konto des SVP alt
Regierungsrats, der wohl die unproduktivste Zeit in der Geschichte des Kantons als Regierungsrat abgesessen hat. Zwar beteuerte der Hobby-Jäger Herr Kägi bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass die Jagdschiessanlage nicht in eine geschützte Aue gehört. Doch das blieben stets Lippenbekenntnisse. In seinen drei Amtsperioden sind die Schusszahlen nicht weniger geworden, sie sind gar noch happig angestiegen.
Mehrere hundert Tonnen Sondermüll wurden in dieser Zeit „legal“ in und an der Töss abgelagert. Alt Baudirektor Kägi hat sämtliche Bemühungen, die Anlage zu schliessen oder auch nur deren Betrieb einzuschränken, kraft seiner Position vereitelt. Auf Kosten des Kantons, seiner Bevölkerung und von Flora und Fauna wurden Gutachten in Auftrag gegeben, Verfahren verschleppt und dringend notwendige Massnahmen ausgesetzt.
Jetzt liegt der Ball bei Martin Neukom. Keine einfache Aufgabe. Von der mächtigen Jagdlobby wird er, falls er dem Umweltrecht endlich Nachachtung verschaffen will, viel Gegenwind aushalten müssen – vielleicht helfen nun auch Pro Natura und Birdlife mit, den Schutz der Auen voranzutreiben.
Der Verein Pro Töss-Auen bleibt auf jeden Fall dran.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Kritik an der Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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