Wolfsjagd Österreich: Bestand dezimiert
Österreich hat die Jagd auf Wölfe stark erleichtert. In diesem Jahr wurden rund ein Dutzend Tiere erlegt.
Rund ein Dutzend Wölfe erlegt
Die in Österreich gesenkten Hürden bei der Hobby-Jagd auf Wölfe haben den Bestand spürbar dezimiert.
In diesem Jahr sei rund ein Dutzend Wölfe erlegt worden, wie das Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs bilanzierte. Insgesamt seien wohl rund 80 Wölfe in der Alpenrepublik in diesem Jahr zumindest zeitweise unterwegs gewesen, schätzt Albin Blaschka vom Österreichzentrum.
Besonders intensiv wurden die Tiere, die eigentlich durch die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU besonders geschützt sind, in Tirol und Kärnten von Hobby-Jägern bejagt. Allein in Tirol werden jedes Jahr rund 200’000 Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde auf die Almen getrieben.
Rechtliche Hürden gesenkt
Die Zahl der in dieser Almsaison getöteten Schafe und Ziegen ist deutlich zurückgegangen. 394 Nutztiere wurden nach Angaben der Länder in diesem Jahr bisher Opfer von Wölfen, 791 waren es im Vorjahr. Ob das mit der Bejagung zusammenhänge, sei noch nicht zu beantworten, sagte Blaschka. Sechs von neun Bundesländern in Österreich haben die Abschuss-Hürden gesenkt.
Leichtere Abschüsse auch in Deutschland geplant
In Deutschland will Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) schnellere Abschüsse einzelner Wölfe ermöglichen. Laut der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) gab es 2022/2023 in Deutschland 184 Wolfsrudel, 47 Wolfspaare sowie 22 sesshafte Einzelwölfe, insgesamt «1’339 Wolfsindividuen».
Friedliches Zusammenleben möglich
Der österreichische «Verein gegen Tierfabriken» hält ein friedliches Zusammenleben mit dem Wolf auch im alpinen Terrain für möglich. Mit Hirten wären die Almtiere nicht nur vor Beutegreifern besser geschützt, sondern vor allem auch vor Absturz, Unwetter oder Krankheit. Statt mit Personal oder Zäunen die Herden auf den Almen zu schützen, werde in Österreich «sinnlos herumgeschossen», so der Verein.
Insgesamt geht das Österreichzentrum davon aus, dass im Land acht Rudel heimisch sind. «Wir sind allenfalls in der Anfangsphase einer Besiedelung», sagt Blaschka.
Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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