Daniel Jositsch: Vom Bundesrat-Kandidat zum Angler
Daniel Jositsch, Zürcher Ständerat, wollte Bundesrat werden, unterlag aber Elisabeth Baume-Schneider.
Stattdessen wurde er Präsident des Schweizerischen Fischerei-Verbandes – und lernte nun selbst das Fischen.
Seine Ausbildung absolvierte er am Bergsee im Diemtigtal, wo er unter Anleitung die Fischerrute schwang und den Sachkundenachweis erhielt. Anfangs tat er sich schwer, doch mit Übung warf er den Köder zunehmend besser.
Ob das neue Amt ein Trostpreis sei? Jositsch gibt offen zu, dass er gerne Bundesrat geworden wäre. Doch er schätzt die neu gewonnene Freiheit, um Tage in der Natur zu verbringen – das wäre als Bundesrat kaum möglich gewesen.
Als ‚Tierschützer‘ interessierte ihn besonders der tierschutzgerechte Umgang mit Fischen. Obwohl er selbst Fleisch und Fisch isst, war es ihm wichtig, zu lernen, wie man einen Fisch korrekt betäubt und verarbeitet. Diese Praxis führte er zusammen mit anderen Kursteilnehmenden durch – mit Fischen aus einer Zucht, schreibt 20min.
Politisch will Jositsch sich jetzt für bedrohte Fischarten einsetzen. Rund drei Viertel davon sind in der Schweiz gefährdet. Er sieht die geschätzten 100’000 Hobby-Fischer als wichtige Naturschützer, denen der Lebensraum Wasser besonders am Herzen liegen soll.
Obwohl er keinen Fisch fing, gefiel ihm das Erlebnis – und er kann sich vorstellen, künftig häufiger selbst zu angeln.
Nachtrag: Parteiaustritt
Im Juni 2026 trat Jositsch aus der SP aus, nachdem die Zürcher Kantonalpartei ihn nicht mehr für die Ständeratswahl 2027 nominieren wollte. Er ist seither parteilos, sein Amt als Zentralpräsident des Schweizerischen Fischerei-Verbandes bleibt davon unberührt.
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