Schweden hebt Nerzzucht-Beschränkungen auf
Schweden hebt alle Beschränkungen für Nerzfarmen auf, die nach der SARS-CoV-2-Ausbreitung auf Pelzfarmen eingeführt worden waren.
Beschränkungen seit 1. Januar 2023 aufgehoben
Mit Wirkung vom 1. Januar 2023 hat Schweden alle vorübergehenden Beschränkungen für Nerzfarmen aufgehoben, die nach der dramatischen Ausbreitung von SARS-CoV-2 auf Pelzfarmen während der Pandemie eingeführt worden waren.
Die Verbringung lebender Nerze und die Einrichtung neuer Nerzfarmen war in Schweden im Jahr 2022 verboten, aber es wurde beschlossen, die Massnahmen in diesem Jahr einzustellen, da das Risiko für Menschenleben durch COVID-19 als geringer eingeschätzt wird.
Der grösste Teil der Überwachung der Nerzgesundheit auf den Pelztierfarmen des Landes liegt nun in der Verantwortung des schwedischen Nerzverbandes Svensk Mink. Djurens Rätt hat dieses Programm kritisiert, das nur einen zusätzlichen Besuch eines Tierarztes pro Jahr vorsieht.
Ich bin sehr besorgt darüber, dass die Nerzindustrie etwas tun muss, was sie vorher nicht tun konnte, nämlich die Nerze gesund zu halten. Es besteht die Gefahr, dass die Nerze in der ohnehin schon unzureichenden Umgebung, in der sie leben, schwer erkranken und sterben.
Camilla Bergvall, Präsidentin Djurens Rätt
Djurens Rätt hat auch berichtet, dass sich mehrere Nerzfarmen während der Pandemie nicht an die Beschränkungen gehalten haben. Im Nachbarland Dänemark dürfen Nerzfarmen nach zweijähriger Schliessung ebenfalls 2023 wieder in Betrieb genommen werden. Fast alle früheren dänischen Nerzfarmer haben die Auszahlung akzeptiert und in andere Unternehmen investiert.
Risiken für die öffentliche Gesundheit
Die Krankheitsübertragung zwischen Nerzen birgt die Gefahr einer Virusentwicklung, die die Krankheit für den Menschen noch gefährlicher machen könnte.
Die Europäische Bürgerinitiative Pelzfreies Europa fordert ein Verbot der Pelztierzucht und des Verkaufs von Zuchtpelzprodukten in der gesamten Europäischen Union.
Mit mehr als 600 Millionen bestätigten Fällen und mehr als 6,5 Millionen Todesfällen hat die COVID-19-Pandemie die verheerenden Kosten neu auftretender Infektionskrankheiten deutlich gemacht. Etwa drei Viertel der neu auftretenden Infektionskrankheiten beim Menschen sind zoonotisch. Dieser Bericht untersucht die Rolle von Pelztieren bei der Pandemie. Mehr zum Thema Umwelt und Naturschutz.
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