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Kriminalität & Jagd

Deutschland: Wilderei beliebt bei Hobby-Jäger

Deutschland hat ein Problem mit Wilderei: Mehr als 1.000 Fälle werden jedes Jahr von der Polizei erfasst. Doch die Behörden gehen davon aus, dass noch viel mehr Wildtiere getötet werden.

Redaktion Wild beim Wild — 1. November 2018

Deutschland hat ein Problem mit Wilderei: Mehr als 1’000 Fälle werden jedes Jahr von der Polizei erfasst. Doch die Behörden gehen davon aus, dass noch viel mehr Wildtiere getötet werden.

Im vergangenen Jahr wies die polizeiliche Kriminalstatistik 1’020 Fälle von Jagdwilderei aus. «Verlässliche bundesweite Zahlen über das Ausmass illegaler Verfolgung wildlebender Arten liegen aufgrund einer hohen Dunkelziffer und mangels systematischer Erfassung nicht vor.»

35 streng geschützte Wölfe getötet

Im laufenden Jahr wurden bis Mitte Oktober acht Wölfe illegal getötet. Seit dem Jahr 2000 fielen insgesamt 35 Wölfe der Wilderei zum Opfer.

Diese erschreckend hohen Zahlen dürften nur die Spitze des Eisbergs sein. Immer noch wird das Verbrechen als Kavaliersdelikt verharmlost. Um das zu ändern, hat der WWF eine 24-Stunden-Notrufhotline eingerichtet.

Moritz Klose, WWF Deutschland

Unter der Nummer 0800 10 20 340 können Zeugen Aussagen zu derartigen Fällen machen, auf Wunsch auch anonym. Meldungen sind darüber hinaus unter www.wildereinotruf.de möglich.

Wilderei bedroht Artenvielfalt

«Wilderei in Deutschland stellt zunehmend eine Bedrohung für die Artenvielfalt dar», sagte die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Steffi Lemke. «Die Bundesregierung muss mehr für den Schutz der Wildtiere in Deutschland tun.» Mehr zu Kriminalität und Hobby-Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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