Deutschland: Wilderei beliebt bei Hobby-Jäger
Deutschland hat ein Problem mit Wilderei: Mehr als 1.000 Fälle werden jedes Jahr von der Polizei erfasst. Doch die Behörden gehen davon aus, dass noch viel mehr Wildtiere getötet werden.
Deutschland hat ein Problem mit Wilderei: Mehr als 1’000 Fälle werden jedes Jahr von der Polizei erfasst. Doch die Behörden gehen davon aus, dass noch viel mehr Wildtiere getötet werden.
Im vergangenen Jahr wies die polizeiliche Kriminalstatistik 1’020 Fälle von Jagdwilderei aus. «Verlässliche bundesweite Zahlen über das Ausmass illegaler Verfolgung wildlebender Arten liegen aufgrund einer hohen Dunkelziffer und mangels systematischer Erfassung nicht vor.»
35 streng geschützte Wölfe getötet
Im laufenden Jahr wurden bis Mitte Oktober acht Wölfe illegal getötet. Seit dem Jahr 2000 fielen insgesamt 35 Wölfe der Wilderei zum Opfer.
Diese erschreckend hohen Zahlen dürften nur die Spitze des Eisbergs sein. Immer noch wird das Verbrechen als Kavaliersdelikt verharmlost. Um das zu ändern, hat der WWF eine 24-Stunden-Notrufhotline eingerichtet.
Moritz Klose, WWF Deutschland
Unter der Nummer 0800 10 20 340 können Zeugen Aussagen zu derartigen Fällen machen, auf Wunsch auch anonym. Meldungen sind darüber hinaus unter www.wildereinotruf.de möglich.
Wilderei bedroht Artenvielfalt
«Wilderei in Deutschland stellt zunehmend eine Bedrohung für die Artenvielfalt dar», sagte die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Steffi Lemke. «Die Bundesregierung muss mehr für den Schutz der Wildtiere in Deutschland tun.» Mehr zu Kriminalität und Hobby-Jagd.
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