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Limburg: Geretteten Stadttauben droht doch der Tod

Nachdem die Stadt Limburg im vergangenen Jahr eingewilligt hatte, 200 Stadttauben in eine Tierschutzeinrichtung in der Oberpfalz umzusiedeln, um die Population zu reduzieren, hat sie die Ausschreibung zum Einfangen der Tiere nun wieder aufgehoben – aus Kostengründen.

Redaktion Wild beim Wild — 27. Februar 2025

Weil das Fangen in dem eingegangenen Angebot mehr kosten sollte, als die Stadt einkalkuliert hatte, soll nun erneut die Tötung ausgeschrieben werden.

Dazu kommentiert Katrin Pichl, Fachreferentin für Stadttauben beim Deutschen Tierschutzbund.

«Der Skandal um die Stadttauben in Limburg geht in die nächste Runde: Den 200 geretteten Tauben droht nun doch der Tod. Das ist grausam und sinnlos. Und es zeigt, dass die Stadt Limburg zu keinem Zeitpunkt eine Einsicht hatte, sondern sich angesichts des öffentlichen Drucks lediglich mit einer halbherzigen Scheinlösung eine reine Weste waschen wollte.»

Tierschutzbund droht mit Strafanzeige

Tierschutz kostet Geld. Und die Stadt muss bereit sein, dieses in die Hand zu nehmen. Sobald nur eine Taube getötet wird, werden wir Strafanzeige erstatten. Das Tierschutzproblem zeigt sich hier besonders deutlich.

Gleichzeitig muss klar sein: Wer ernsthaft an einer tierschutzgerechten und dauerhaften Lösung interessiert ist, investiert Geld an der richtigen Stelle. Denn mit einer einmaligen Entnahme der Tauben wäre ohnehin nichts gelöst: Die Zahl der Tiere wäre zwar kurzfristig reduziert, würde aber schnell wieder ansteigen. Mit den Kosten für eine Tötung zu argumentieren, ist deshalb nicht nur grausam, sondern auch absurd. Wie Studien belegen, scheitert das Töten als Populationskontrolle.

«Am besten investiert die Stadt Geld in langfristige Managementmassnahmen. Denn die einzig sinnvolle, tierschutzgerechte und nachhaltige Lösung ist und bleibt die Errichtung von betreuten Taubenschlägen. Sobald die Tiere dort Eier legen, können diese gegen Attrappen wie Gipseier ausgetauscht werden. So kann die Zahl der Stadttauben nachhaltig reduziert werden», schreibt der Tierschutzbund Deutschland.

Hintergrund: Bürgerentscheid gescheitert

Im November 2023 hatte die Stadtverordnetenversammlung Limburg für die Tötung von Stadttauben durch einen Hobby-Jäger und Falkner abgestimmt. Nach einer landesweiten Empörungswelle wurde im Jahr darauf ein Bürgerentscheid einberufen. Wir haben mit einer Plakatkampagne und Briefsendungen für eine tierfreundliche Lösung geworben. Doch leider stimmte eine Mehrheit dafür, dass der Beschluss der Limburger Stadtverordneten zur Tötung der Stadttauben nicht aufgehoben werden soll. Kurz darauf schien es so, als ob die Tötung dennoch abgewendet werden konnte: 200 Tiere sollten eingefangen und in eine Tierschutzeinrichtung umgesiedelt werden. Mehr zu den Tierrechten.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Rolle und Kritik der Hobby-Jäger beleuchten wir Ausbildung, Macht und Selbstbild der Hobby-Jäger.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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