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Importverbot für Pelzprodukte gefordert

Der Nationalrat fordert ein Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte in der Schweiz. Die Motion wurde mit 144 Stimmen angenommen.

Redaktion Wild beim Wild — 14. Dezember 2021
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Die Schweiz betreibt wissentlich und willentlich ein Outsourcing millionenfacher Tierquälerei.

Nationalrat stimmt für Importverbot

Das sieht auch die Mehrheit des Nationalrates so. Die Motion 19.4425, eingereicht von Nationalrat Matthias Aebischer (SP BE), fordert vom Bundesrat ein Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte zu erlassen.

Der Vorstoss wurde am 13. Dezember 2021 von der grossen Kammer mit 144 Ja-Stimmen gutgeheissen. Vor der Beratung im Ständerat ist noch nichts definitiv entschieden. Dennoch: Es ist ein äusserst erfreuliches Votum des Nationalrates für den Tierschutz und gegen den Import von Tierqualprodukten. Und es ist ein deutliches Signal an den Ständerat, dass, gerade für ein Land, das sich gerne als Vorreiter in Sachen Tierschutz sieht, der Import solcher Tierqualprodukte ethisch und moralisch nicht weiter zu rechtfertigen ist.

Keine tierschutzkonforme Pelzproduktion

Nicht zu rechtfertigen sind solche Qualimporte durch den Verweis auf eine schlecht funktionierende Deklarationspflicht, auf eventuelle Unvereinbarkeit mit Handelsverträgen (WTO) und Freihandelsabkommen und schon gar nicht durch mögliche Vollzugsprobleme, die – wie der Bundesrat befürchtet – äusserst aufwendige Kontrollen vor Ort notwendig machen würden. Dazu ist zu sagen: Es gibt keine tierschutzkonforme Form der Pelztier-Fallenjagd. Und es gibt keinen Pelz aus artgerechter Haltung. Jede Pelztierhaltung im industriellen Massstab ist Tierquälerei. Wo Wildtiere ein kurzes Leben in engsten Drahtgitterkäfigen verbringen, um dann vielfach auf brutalste Weise getötet zu werden – wenn sie denn wirklich tot sind, wenn man ihnen das Fell über die Ohren zieht – dürften sich Kontrollen vor Ort erübrigen.

Pelzfarmen als Brutstätten für Zoonosen

Pelzfarmen sind potenzielle Brutstätten für Zoonosen und beinhalten Risiken für die menschliche Gesundheit. Ein Gutachten von FAO, OIE und WHO zu Sars-CoV-2 kam zum Schluss, dass auf Pelzfarmen ein hohes Risiko der Einschleppung und Ausbreitung des Virus besteht. Die Massenkeulung von Millionen Nerzen in Dänemark im letzten Winter hat dies eindeutig bewiesen.

Immer mehr Länder und Städte verbieten Pelzfarmen oder die Produktion von Pelzprodukten oder erlassen komplette Verkaufsverbote. Doch die Schweiz – das Land mit dem immer wieder gerne zitierten «strengsten Tierschutzgesetz der Welt» – blieb bisher Nachzüglerin und enthielt sich jeglicher Schritte. Dies, obwohl ähnliche Verbote für Katzen-, Hunde- und Robbenfelle bereits in Kraft sind.

Motion 19.4425: Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20194425

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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