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Kriminalität & Jagd

Gericht: Wolfsabschuss am Calanda war vorschnell

Das St. Galler Verwaltungsgericht bestätigt: Die Abschussbewilligung für zwei Calanda-Jungwölfe war vorschnell erteilt. Der WWF will künftig präventive Massnahmen statt Abschüsse durchsetzen. Mehr zu Recht und Gesetz.

Redaktion Wild beim Wild — 8. Februar 2017

Der Kanton St. Gallen hat die Abschussbewilligung für zwei Calanda-Jungwölfe Ende 2015 vorschnell erteilt.

Das St. Galler Verwaltungsgericht ist auf eine Beschwerde des WWF Schweiz eingetreten. Damit soll erreicht werden, dass künftig dank präventiver Massnahmen Abschüsse vermieden werden. Insbesondere sollen Futterquellen konsequent beseitigt werden. Bereits das Verwaltungsgericht Graubünden hatte im Juni 2016 eine Abschussbewilligung als nicht verhältnismässig erachtet (Wild beim Wild informierte).

Das St. Galler Verwaltungsgericht ist zum Schluss gekommen, dass keine erhebliche Gefährdung des Menschen durch die Calanda-Wölfe festgestellt werden konnte und die Abschussbewilligung deshalb vorschnell erteilt wurde. Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Bestandesregulierung seien nicht erfüllt gewesen.

Vergrämen statt abschiessen

«Die St. Galler Richter geben mit ihrem Entscheid einer sachlichen, faktenbasierten Wolfspolitik Aufwind», sagte Gabor von Bethlenfalvy, Grossraubtierverantwortlicher beim WWF Schweiz.

Statt Abschussbewilligungen sollten mildere Massnahmen wie zum Beispiel Vergrämungen ergriffen werden. «Das Urteil lässt uns hoffen, dass normales Wolfsverhalten in der Schweiz künftig nüchterner betrachtet wird», so von Bethlenfalvy. Die Hobby-Jagd scheitert als Populationskontrolle – präventive Massnahmen sind der nachhaltigere Weg.

Die Kantone St. Gallen und Graubünden hatten vor Weihnachten 2015 mit Zustimmung des Bundes eine Abschussbewilligung für zwei Calanda-Jungwölfe erteilt. Weil das Rudel wegen des milden Winters aber selten in Siedlungsnähe auftauchte, konnte kein Wolf geschossen werden. Das Jagdgesetz sieht den Abschuss nur als letztes Mittel vor.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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