Schlampereien im Büro von Katrin Schneeberger
BAFU erneut von der Berner Konvention gerügt.
Das BAFU hat ihren Bericht über den aktuellen Stand und die Auswirkungen des Massakers auf die Wölfe während der Jagd weiterhin nicht eingereicht.
Das Büro der Berner Konvention erinnert am 14. Mai 2025 erneut daran, dass trotz der Änderung des Schutzstatus die Regeln der Konvention während der Jagd weiterhin gelten.
Nicht nur im Kanton Wallis hat man bei der schäbigen Wolfsjagd 2024/25 die falschen Wildtiere mit Hobby-Jägern erschossen. Dort sollen 11 der geschossenen Wölfe gar nicht zu denjenigen Rudeln gehört haben, die vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) zum Abschuss freigegeben wurden.
Der Wolf ist nicht im Jagdrecht enthalten. Ergo dürfen Hobby-Jäger auch nicht Hand anlegen. Dies ist nur der Wildhut vorbehalten. Der Wolf ist ein geschütztes Tier und ein Hobby-Jäger hat nicht das Recht, ihn ins Visier zu nehmen, wie es im Jagdrecht heisst. Auch der Jagdpräsident Charles-Henri de Luze im Kanton Waadt hat sich ganz klar dazu geäussert, dass dies die Aufgabe der Wildhut sei. So hat der Kanton Waadt auch keine Aufforderung an die Waadtländer Hobby-Jäger gerichtet, sich an den Massakern zu beteiligen.
Im Kanton Graubünden hat ein Wildtierkiller im Delirium gar 3 geschützte Luchse während des Wolfsmassakers erschossen.
Demnach müssen die Wolfspopulationen gemäss den ökologischen Anforderungen aufrechterhalten werden, schreibt das Büro der Berner Konvention, das den Bericht aus der Schweiz weiterhin erwartet. In einem veröffentlichten Protokoll wird das BAFU erneut aufgefordert, seiner Berichtspflicht nachzukommen. Katrin Schneeberger übernahm das Amt als Direktorin des schweizerischen Bundesamts für Umwelt (BAFU) im September 2020 und ist der IG Wild beim Wild des Öftern negativ aufgefallen.
Laut der Konvention, deren Büro sich in Strassburg befindet, müssen die Wolfsbestände vor Bedrohungen geschützt werden, um eine zufriedenstellende Populationsgrösse wiederherzustellen. Das BAFU wird daran erinnert, dass die Berner Konvention insbesondere die Nachtjagd und den Einsatz von Nachtsichtgeräten verbietet – beides ist jedoch durch die neue Jagdverordnung erlaubt. Laut Éric Jaquet von Avenir Loup Lynx Jura „finden Wolfsabschüsse in der Schweiz ausschliesslich nachts statt“.
Gesetzliche Bestimmungen nicht eingehalten
Auch die Tötung eines gesamten Rudels auf der Jagd innerhalb des UNESCO-Biosphärenreservats, zu dem der Schweizerische Nationalpark im Kanton Graubünden gehört, wird kritisiert.
Dies verstosse nicht nur gegen die gesetzlichen Bestimmungen des Nationalparks, sondern habe auch „ein 20-jähriges Forschungsprojekt im Nationalpark zerstört“, bedauert das Büro der Konvention.
Forschungsprojekt im Jura gestoppt
Zudem wird kritisiert, dass ein weiteres Forschungsprojekt zur Koexistenz durch die Eliminierung eines gesamten Wolfsrudels durch die Jagd gestoppt wurde.
Dieses Forschungsprojekt betraf das Juragebirge, sagt Susanne Clauss, Vizepräsidentin von Avenir Loup Lynx Jura, laut einer Mitteilung. Gerade dort wären fundierte Ergebnisse wichtig gewesen, denn die Koexistenz zwischen Nutztieren und grossen Raubtieren stellt auf den weitläufigen Jurawiesen besondere Anforderungen.
Herdenschutz geschwächt
Abschliessen äussert sich das Büro der Berner Konvention besorgt über die drastische Kürzung der Mittel in der Schweiz für bewährte Herdenschutzmassnahmen.
Es fordert die Bundesbehörden auf, die Übertragung der Verantwortung für diese Massnahmen von der Bundesebene auf die Kantone zu unterstützen, ausreichend Mittel für die Förderung der Koexistenz mit dem Wolf bereitzustellen und den Einsatz nicht tödlicher Methoden zu fördern.
„Die Streichung der Mittel für die Zucht und Förderung von Herdenschutzhunden ist insbesondere völlig unverständlich“, betont Christina Steiner, Präsidentin von CHWOLF.
Mitmach-Aktion: Fordert bei Eurer Gemeinde aufgrund der katastrophalen Politik von Bundesrat Albert Rösti (SVP) ein Erlassgesuch für die Bundes- und Kantonssteuern aufgrund des neulich bewilligten Abschusses von Wölfen in der Schweiz. Den Musterbrief könnt ihr hier downloaden: https://wildbeimwild.com/ein-appell-fuer-eine-veraenderung-in-der-schweiz/

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