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Kriminalität & Jagd

Erzgebirge: Zwei Wölfe gewildert, Verdächtiger soll mit Abschüssen geprahlt haben

Ein 44-Jähriger soll die Wölfin und den Rüden im Gebiet des Wildgeheges Fláje bei Most erschossen und versteckt haben. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft.

Redaktion Wild beim Wild · 8. November 2026
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«Wolfslied»

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Im tschechischen Teil des Erzgebirges hat die Polizei nach eigenen Angaben die Tötung von zwei Wölfen aufgeklärt. Ein 44-jähriger Mann soll eine Wölfin und einen Rüden im Gebiet des Wildgeheges Fláje bei Most erschossen und die Körper im Wald versteckt haben. Die Polizei verfolgt ihn wegen Wilderei und unerlaubten Umgangs mit geschützten Arten.

Was die Polizei mitteilt

Laut einer Mitteilung der Polizei der Region Ústí nad Labem vom 2. November wurden die beiden Wölfe gezielt erschossen und im Bewuchs versteckt, damit niemand sie findet. Bekannt wurde die Tat erst Monate später. Kriminalisten der Abteilung für Wirtschaftskriminalität klärten den Fall nach Angaben der Polizei durch Ermittlungsarbeit und die Untersuchung von Überresten, die am Tatort gefunden wurden. Die Untersuchung bestätigte, dass es sich um Wölfe handelte. Die Nachrichtenagentur dpa nennt als Tatzeitraum Januar bis April, wie die Volksstimme berichtet.

Auf die Spur des Verdächtigen kamen die Ermittler nach dpa-Angaben auch, weil er mit den Abschüssen geprahlt haben soll. Bei einer Hausdurchsuchung stellte die Polizei mehrere legal besessene Schusswaffen samt Munition sicher. Bei einer Verurteilung drohen dem 44-Jährigen bis zu drei Jahre Haft. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Streng geschützt, trotzdem erschossen

In Tschechien gilt der Wolf als kritisch gefährdete Art. Laut dpa leben im Land derzeit 350 bis 400 Wölfe. Ob die beiden getöteten Wölfe zu demselben Rudel gehörten oder sich fortgepflanzt hatten, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor.

Einordnung: Legale Waffen sichergestellt

Die Polizei nahm dem Beschuldigten mehrere legal besessene Schusswaffen und Munition ab. Ob darunter die Tatwaffe war und ob der Mann einen Jagdschein besass, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor. Nach dem dpa-Bericht brachte sein mutmassliches Prahlen die Ermittler auf seine Spur. Die Polizei nennt zudem die Auswertung von Hinweisen und die Untersuchung der gefundenen Überreste als wichtige Schritte zur Aufklärung.

Einen weiteren Fall behandelt Wild beim Wild im Beitrag «Strafanzeige: Hobby-Jäger tötet Wolf». Weitere Fälle finden sich in der Rubrik Kriminalität & Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

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