7. September 2026, 19:46

Suchen

Jagd

Brutale Trophäenjagd in Schweden

Die legalisierte Trophäenjagd hat das schwedische Jagdmanagement in einem Masse korrumpiert, dass das schwedische Umweltbundesamt den Zweck des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten (CITES) aktiv untergräbt, indem es Ausfuhrgenehmigungen für alle Trophäen erteilt, um ausländische Hobby-Jäger anzuziehen.

Redaktion Wild beim Wild — 12. August 2021

Ab dem 21. August sollen mehr als 500 Braunbären vor ihrem jährlichen Winterschlaf getötet werden.

7’000 Beutegreifer seit 2000 legal getötet

Die Trophäenjagd nimmt weltweit zu, so auch in Schweden. Die Hobby-Jagd gefährdet ernsthaft das Überleben grosser Beutegreifer. Trotzdem erhöht die schwedische Umweltschutzbehörde (EPA) jedes Jahr die Quote für die legale Trophäenjagd. Seit dem Jahr 2000 sind fast 7’000 Bären, Luchse, Wölfe und Vielfrasse legal getötet worden. Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2021 wurden in Schweden bereits Genehmigungen für die Tötung von mehr als 720 Beutegreifern erteilt.

Die grausame und unethische Trophäenjagd verstösst gegen Ziel und Zweck der EU-Arten- und Habitatrichtlinie (92/43/EWG). Schweden missbraucht diese strengen Schutzgesetze in eklatanter Weise.

Weniger als 2’900 Bären in Schweden

In diesem Monat werden in sieben schwedischen Bezirken mehr als 500 Bären für die Trophäenjagd ins Visier genommen, obwohl in diesem Frühjahr bereits 107 Bären, darunter Weibchen und Jungtiere, bei Hubschrauberjagden getötet wurden. Die kriegerischen und in der Regel illegalen Methoden wie die Verfolgung mit Schneemobilen, die 24-Stunden-Jagd und der Abschuss aus Hubschraubern werden von der Bezirksverwaltung gebilligt.

Im Jahr 2000 durften nur 56 Bären gejagt werden, und heute im Jahr 2021 ist die Zahl auf 501 gestiegen. Der Landkreis Jämtland führt die diesjährigen Tötungsspiele an mit Jagderlaubnissen für die Tötung von 200 Bären in einer Saison!

«Die Bärenjagd ist die beliebteste Form der Grosswildjagd auf dem Planeten», schreibt der Trophäenjagd-Kampagnenleiter und Journalist Eduardo Gonçalves in seinem Buch «Killing Game, The Extinction industry».

Schweden steht an der Spitze der EU-Länder, die zwischen 2014 und 2018 CITES-gelistete Arten ein- und ausführen, was zu einem Anstieg der Importzahlen in die EU um fast 40 % beigetragen hat.

Einsprüche der NGOs werden ignoriert

Der WWF-Schweden schweigt zur Trophäenjagd, obwohl er 2019 von einem einzigen Erblasser ein Vermächtnis im Wert von mehr als 10 Millionen Euro erhalten hat, das ausdrücklich dem Schutz schwedischer Beutegreifer diente.

Die Trophäenjagd ist absolut grausam, absolut unnötig und aus Sicht des Naturschutzes absolut katastrophal. Sie fügt den Tieren Schmerzen und Leiden zu, und zwar aus keinem anderen Grund als dem, sich mit irgendwelchen vergänglichen «Fähigkeiten» zu brüsten.

Jane Goodall

Autorin:

Eva Stjernswärd
Eva Stjernswärd

Artist and designer
Former diplomat in the Swedish Foreign Service
www.stjernsward.com

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Rolle und Kritik der Hobby-Jäger beleuchten wir Ausbildung, Macht und Selbstbild der Hobby-Jäger.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden