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Jagd

Traktorfahrer fährt acht Wildschweine tot

Ein Traktorfahrer hat absichtlich acht Wildschweine totgefahren. Der Fall zeigt die verbreitete Gleichgültigkeit gegenüber Wildtieren.

Redaktion Wild beim Wild — 13. September 2022

Ein Traktorfahrer soll auf einem Maisfeld bei Steegen absichtlich mehrere Wildschweine totgefahren haben, nun ermittelt die Polizei im Landkreis Ludwigslust-Parchim gegen den 22-Jährigen.

Wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte, hat ein Hobby-Jäger am Montag Strafanzeige gegen den Mann erstattet. Der 22-Jährige soll – nach Angaben des Waidmannes – anscheinend gezielt hinter Schwarzwild hergefahren und mehrere der Wildtiere überrollt haben. Die Hagenower Polizei habe die Angaben noch nicht genau prüfen können.

Der Mann war für ein Agrar-Lohnunternehmen auf dem Acker tätig, auf dem Mais geerntet wurde. Nach Angaben des Jägers sollen acht junge Wildschweine dabei verendet sein. Der Jäger entsorgte die Kadaver.

Wie eine Polizeisprecherin am Mittwoch sagte, hat der 22-Jährige aus Nordfriesland (Schleswig-Holstein) bei einer ersten Befragung eingeräumt, dass er die Tiere bei der Arbeit überfahren hat.

Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verstosses gegen das Tierschutzgesetz und Verdachts auf Jagdwilderei aufgenommen. Die Ermittlungen stünden am Anfang. Nun sollen weitere Zeugen befragt und der beschuldigte Traktorfahrer angehört werden.

Im Nordosten läuft derzeit die Maisernte, wobei Häcksler die Pflanzen zerkleinern und Traktoren das Schnittgut auf Hängern aufnehmen und wegfahren. In den mannshohen, grossen Maisschlägen haben sich viele Wildtiere eingerichtet, vor allem Wildschweine. Vor der Ernte werden in der Regel auch Schneisen geschnitten, um Wildschweine besser jagen zu können oder damit Wildtiere vor dem Häcksler rechtzeitig fliehen können. Im Vorjahr war bei der Maisernte im Nordosten auch ein Wolf getötet worden.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Kritik an der Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

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