Biomasse der Wildtiere
Es ist weitaus sinnvoller, in nachhaltige Projekte wie artenreiche, gesunde und gut vernetzte sowie jagdfreie Bio-Naturlandschaften, gerade in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft, zu investieren.
Als Biomasse wird die Stoffmasse von Lebewesen oder deren Körperteile bezeichnet.
In der Ökologie wird die Biomasse häufig nur für ausgesuchte, räumlich klar umrissene Ökosysteme oder nur für bestimmte, einzelne Populationen erfasst. Gelegentlich gibt es zudem Versuche, die Biomasse der gesamten Ökosphäre abzuschätzen.
97 % Mensch und Nutztiere, nur 3 % Wildtiere
Eindrucksvolle Zahlen über die Biomasse aller Wirbeltiere auf dem Festland kommen von der WSPA. So wird die Biomasse aller Nutztiere (wie Rinder, Pferde, Schweine, Hühner etc.) mit einem Wert von 65 % berechnet. Dazu kommt noch die Menschheit mit 32 %. Dem gegenüber steht die Biomasse aller Wildtiere (vom Elefant bis zur Haselmaus) mit nur 3 %. Das bedeutet, der Mensch und seine meist unter tierquälerischen Umständen gezüchteten Nutztiere stehen gegenüber allen auf den Kontinenten befindlichen Wildtieren im Verhältnis 97 % zu 3 %! Eine Unverhältnismässigkeit sondergleichen, die uns zu denken geben sollte.
Die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung und der gleichzeitige Erhalt, also ohne neue Rodungen der Wälder, sind möglich – wenn die Menschen weniger Fleisch konsumieren würden. Je mehr Fleisch der Mensch isst, desto schwieriger der Erhalt von Waldflächen und Habitate der Wildtiere. Wenn man sich jedoch den Luxus gönnt, die Tiere von Ackerbauprodukten zu ernähren, die der Mensch selber auch essen könnte, geht der Vorteil der Viehwirtschaft verloren und die Zerstörung der Erde unweigerlich voran. Was die Anbauintensität angeht, berechneten Forscher in einer Studie, dass bei einer vorwiegend vegetarischen oder veganen Lebensweise eine Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung auch mit extensiveren Formen der Landwirtschaft, wie etwa dem Biolandbau, möglich sei, ohne die Waldflächen anzutasten.
Viehzüchter produzieren massig Tierbestände. Gleichzeitig sinkt die Zahl der wilden Säugetiere. Das Ergebnis: Über 90 % aller Säugetiere leben, um geschlachtet zu werden. Das Artensterben schreitet dramatisch voran.
Über 80 Prozent aller Lebewesen auf der Erde sind Pflanzen, gefolgt von Bakterien mit 12 Prozent und Pilzen mit 2 Prozent. Tiere und Menschen machen etwa 0,5 Prozent aus, wobei etwa 50 % Gliederfüsser sind – also Insekten, Spinnentiere oder Tausendfüssler.
Industrielle Landwirtschaft als Artenfeind Nr. 1
Die europäische Landwirtschaft ist zudem extrem übersubventioniert und hat gefährliche industrielle Ausmasse angenommen. Diese Form von Landwirtschaft ist der Artenfeind Nr. 1 nach der Sekte «Die Hobby-Jäger».
Es wird bei weitem mehr produziert, als von den Konsumenten abgenommen werden kann. Jeder dritte Laib Brot landet im Müll. Auf ähnliche Weise geht ein Drittel der weltweit produzierten Nahrungsmittel verloren. Der Wert dieser vergeudeten Lebensmittel entspreche dem Bruttoinlandsprodukt der Schweiz, sagte FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva. Der Verlust koste die Weltwirtschaft demnach jedes Jahr 570 Milliarden Euro.
Auf dem Acker beginnt bereits die Verschwendung. Kartoffeln, Möhren oder Kohl bleiben zentnerweise auf den Äckern liegen. Genommen wird nur, was den Standards der Handelsklassen entspricht. Bis zu 50 % werden da im schlimmsten Fall aussortiert.
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