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Jagd

Sachsen: Tiere leiden unter heimtückischer Fallenjagd

PETA appelliert an Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft grausame Totschlagfallen zu verbieten.

Redaktion Wild beim Wild — 5. März 2019

Grausame Jagdmethode: Totschlagfallen sollen zwar sofort töten, tun dies aber häufig nicht. Viele Tiere sterben in diesen Fallen einen langsamen und qualvollen Tod. Zudem geraten auch immer wieder Tierarten, die dem Artenschutz unterliegen, in solchen Fallen. So war in Hessen in der Jagdstrecke 2016/2017 das geschützte Hermelin in der Fallenfangstatistik aufgeführt.

Die in zwölf Bundesländern noch legale Jagd mit Totschlagfallen ist nach Auffassung von PETA nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar. In Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und im Saarland sind Totschlagfallen bereits vollständig oder weitgehend verboten. Die eindeutige Mehrheit der Deutschen ist einer repräsentativen Umfrage zufolge nicht mehr länger bereit, die Jagd mit Schlagfallen zu akzeptieren. Obwohl das Ministerium betont, dass die Jagd mit Totschlagfallen in Sachsen Beschränkungen unterliegt, konnte auf Anfrage von PETA keine Angabe zur Anzahl der in diesen Fallen getöteten Tiere gemacht werden. Die Tierschutzorganisation appelliert an Staatsminister Thomas Schmidt, die grausamen Totschlagfallen in Sachsen zu verbieten.

Laut Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, ein Tier ohne vernünftigen Grund zu töten oder ihm länger anhaltende Leiden zuzufügen. Bei der Jagd mit Totschlagfallen sind jedoch zahllose Tiere unsäglichem Leiden ausgesetzt, da diese Fallen häufig nicht sofort töten.


Es ist abscheulich, dass Totschlagfallen in den meisten Bundesländern noch immer erlaubt und gängige Praxis sind, um Tiere wie Füchse, Marder oder Waschbären zu töten. Wildtiere – darunter häufig geschützte Arten –, aber auch Hunde und Katzen geraten aufgrund von ausgelegten Ködern oder Lockstoffen oftmals mit den Pfoten oder ihrem Gesicht in die Falle und werden zerquetscht oder verstümmelt. Ihr Todeskampf kann sich über Tage hinziehen.


Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA

PETA drängt das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft in Sachsen zu schnellem Handeln. In Deutschland sinkt die Akzeptanz für die Fallenjagd. Laut einer von PETA beauftragten forsa-Umfrage verurteilt die große Mehrheit diese tierquälerische Praxis. 70 Prozent sind für ein Verbot. Nur 19 Prozent der Bundesbürger sind demnach mit dem Einsatz dieser Fallen einverstanden.

Wissenschaftlichen Studien und Stellungnahmen renommierter Wildbiologen zufolge ist die Jagd prinzipiell unnötig und sogar kontraproduktiv. Hoher Jagddruck führt meist zu einer erhöhten Fortpflanzungsrate. Dennoch werden allein in Deutschland jährlich über fünf Millionen Wildtiere getötet.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Kritik an der Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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