Dramatische Jagdunfälle
Einem Medienbericht zufolge hat ein Hobby-Jäger am 29.3.2025 in Hassmersheim versehentlich seinen Beifahrer mit einem Jagdgewehr angeschossen und dabei schwer verletzt.
Der Jagdunfall ereignete sich an der Schleuse des Ortes, wo der Hobby-Jäger in Anwesenheit von drei Mitfahrern im Auto unterwegs war.
Dort entdeckte er eine nach seinen Angaben im Sterben liegende Nilgans, die er mit seinem Jagdgewehr von ihrem Leiden erlösen wollte. Beim Ausstieg aus dem Auto löste sich unbeabsichtigt ein Schuss aus seinem Gewehr und traf einen der vier Männer, der dabei schwer verletzt wurde.
PETA weist darauf hin, dass Hobbyjagende jedes Jahr ungewollt mehrere Dutzend Menschen verletzen oder sogar töten. Zudem fügen sie Hunderttausenden Tieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zu. Die Tierrechtsorganisation fordert die neue Bundesregierung auf, ein Verbot der Hobby-Jagd zu beschliessen. Das Tierschutzproblem der Hobby-Jagd zeigt sich hier besonders deutlich.
«Jedes Jahr ereignen sich zahlreiche Tragödien, weil schiesswütige Spassjäger verantwortungslos in der Gegend herumballern», so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. «Wie viele Menschen und Tiere müssen noch verletzt werden oder sinnlos sterben, bevor die Hobby-Jagd endlich verboten wird?»
Unfälle mit tödlichen Schüssen und Selbstverletzungen häufen sich
In den vergangenen Jahren sorgten bereits zahlreiche schwere Jagdunfälle für Empörung. Erst Anfang Januar wurde ein Hobby-Jäger auf einem Hochstand bei Ruchow von einer mutmasslich verirrten Kugel eines Jagdkollegen tödlich getroffen. Mehr zu Kriminalität im Umfeld der Hobby-Jagd.
Im Dezember wurde eine Frau bei einer Treibjagd in Barssel vor ihrem Wohnhaus durch einen Schuss schwer verletzt. Im August verletzte ein Hobby-Jäger seinen Jagdbegleiter in Heubach schwer durch einen Schuss im Kopfbereich. Im Juni erlitt eine Frau in Huglfing einen Oberschenkeldurchschuss. Im Mai wollte ein Hobby-Jäger einen Fuchs in Aholming töten und traf die Wand eines Wohnhauses. Die Gewehrkugel landete im Schlafzimmer unter dem Bett der Anwohner. Im Januar wurde eine Joggerin in Sachsen bei einer Treibjagd angeschossen. Mitte November 2023 verletzte in Thüringen ein Hobby-Jäger seinen Jagdpartner mit einem Schuss ins Gesicht. Anfang November 2023 starb in Nordrhein-Westfalen ein 82-jähriger Landwirt, als er während einer Treibjagd beim Traktorfahren von einem Schuss getroffen wurde. Mehr zu den Schusswaffentötungen in der Schweiz.
Renommierte Fachleute bestätigen: Hobby-Jagd ist grausam und überflüssig
Anerkannte Studien belegen, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Hobby-Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten statt. Auch englische Fachleute kamen zu dem Ergebnis, dass sich insbesondere Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren selbst regulieren. Wie Studien belegen, scheitert die Hobby-Jagd als Populationskontrolle.
Die Hobby-Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Hobby-Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam. Den rund 400’000 Hobby-Jagenden in Deutschland stehen nur etwa 1’000 Berufsjägerinnen und -jäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber.
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