EU will Wildtiere als Haustiere verbieten
Die EU plant ein Verbot der Haltung von Wildtieren als Haustiere. Das Verbot soll den illegalen Wildtierhandel eindämmen.
Einige europäische Länder wollen zukünftig die private Haltung von Wildtieren untersagen.
Die Initiative dient dem Tierschutz, da diese meist nicht artgerecht gehalten und versorgt werden.
Wildtiere wie Tiger oder Krokodile könnten nach dem Willen mehrerer EU-Länder nicht mehr als Haustiere gehalten werden dürfen. Hintergrund sind Bedenken bezüglich Tier-, Arten- und Gesundheitsschutz, wie aus einem Papier Zyperns, Litauens, Luxemburgs und Maltas hervorgeht. Die Länder stellten die Initiative am 24.5.2022 bei einem Treffen der EU-Agrarminister vor. Der deutsche Ressortchef Cem Özdemir (Grüne) begrüsste das Vorhaben im Namen der Regierung.
Konkret wird vorgeschlagen, eine sogenannte Positivliste einzuführen. Jedes Tier, das nicht auf dieser Liste steht, dürfte in der EU dann nicht mehr privat gehalten werden. Welche Tiere auf dieser Liste stehen sollen, steht nicht in dem Vorschlag.
„Es ist gut dokumentiert, dass der Handel mit exotischen Arten eine der grössten Bedrohungen für die biologische Vielfalt darstellt“, heisst es in dem Schreiben der vier Länder. Viele in Gefangenschaft gehaltene Wildtiere seien vorher in freier Wildbahn gewesen. Zu den Leiden der Tiere gehörten Stress, Langeweile, Depressionen und schwerwiegende Verhaltensprobleme wie Selbstverstümmelung.
Während Katzen oder Hunde lange und glücklich in Begleitung von Menschen leben könnten, sei dies bei bestimmten Vogelarten oder Reptilien nicht der Fall. Wildtiere hätten komplexe soziale und ernährungstechnische Bedürfnisse, die es gewöhnlichen Haltern schwer machten, «sie mit der Pflege zu versorgen, die sie brauchen«. In der EU sollen rund 100 Millionen Tiere gehalten werden, die weder Hund noch Katze sind.
Zudem verweisen die vier EU-Staaten auf eine Studie des UN-Umweltprogramms, nach der bei der Gefangennahme oder dem Transport zahlreiche Tiere gestorben seien. Bei den in der Tierhaltung beliebten Graupapageien etwa kämen zwei Drittel in Gefangenschaft ums Leben. Zudem steige das Risiko einer Übertragung von Zoonosen von Tieren auf Menschen. Wildtiere könnten Krankheiten übertragen, das könnte die öffentliche Gesundheit gefährden – zumindest aber ein persönliches Risiko darstellen.
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