Wolfsabschüsse Schweiz: Berner Konvention besorgt
Das Büro der Berner Konvention hat die Schweizer Wolfspolitik kritisiert. Der präventive Abschuss von Wölfen wegen «potenzieller Schäden» sei eine Fehlinterpretation der Konvention. Schweizer Organisationen fordern einen sofortigen Stopp der Abschüsse.
Nur schwere Schäden könnten zu Wolfsabschüssen führen, schrieb das Büro der Berner Konvention in einem am 11.10.2024 publizierten Schreiben.
Die von der Schweiz ratifizierte Konvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag des Europarats, der unter anderem die Wildtiere schützen soll.
Das Büro sei besorgt über weitere potenzielle Abschüsse von Wolfsrudeln. Für dieses sei der durch den Bundesrat festgelegten Schwellenwert von mindestens zwölf Rudeln in der Schweiz «willkürlich». Die «politisch motivierte» Regulierungspolitik könne zu einer «grossflächigen» Tötung der Tiere führen, hiess es weiter.
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Präventive Jagd
Auch Christina Steiner, Präsidentin des Schweizer Wolfsschutzvereins CHWolf, sieht eine politische Motivation hinter den Abschüssen. Das Wolfsmanagement der Schweiz sei nicht wissenschaftlich fundiert, sagte Steiner auf Anfrage.
Die Rechtsgrundlagen für präventive Abschüsse – die Teile des revidierten Jagdgesetzes sind – hatte der Bundesrat im November 2023 befristet in Kraft gesetzt. Zwischen dem 1. Dezember des vergangenen Jahres und dem 31. Januar 2024 wurden rund 50 Tiere präventiv erlegt.
Das Büro der Berner Konvention befasste sich mit dem Fall im September und informierte nun die Streitparteien. Im Brief war weiter zu lesen, dass das Büro über angebliche ungenaue Kontrollen der von Wölfen verursachten Schäden und angebliche Manipulationen von Daten, um weitere Abschussaktionen zu rechtfertigen, beunruhigt sei.
Weiter habe das Büro davon Kenntnis, dass in der Schweiz Beschwerden wegen der Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen Bund und Kantonen abgewiesen worden seien. Dazu hielt es fest, dass die Berner Konvention unabhängig von der politischen Organisation von Unterzeichnerstaaten auf Bundesebene gewährleistet werden müsse.
Das Dossier werde jetzt dem ständigen Ausschuss der Konvention vorgelegt. Dieser soll Anfang Dezember an seiner Sitzung einen Entscheid fällen, wie die Wolfsschutzorganisationen CHWolf und Avenir Loup Lynx Jura am 12.10.2024 mitteilten. Steiner hoffte, dass die Schweiz gerügt und die Gesetzgebung so angepasst werde, dass sie mit den von der Schweiz unterzeichneten Verträge übereinstimme.
Mitmach-Aktion: Fordert bei Eurer Gemeinde aufgrund der katastrophalen Politik von Bundesrat Albert Rösti (SVP) ein Erlassgesuch für die Bundes- und Kantonssteuern aufgrund des neulich bewilligten Abschusses von Wölfen in der Schweiz. Den Musterbrief könnt ihr hier downloaden: https://wildbeimwild.com/ein-appell-fuer-eine-veraenderung-in-der-schweiz/

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