Referendum gegen das gesetzlose Jagdgesetz
Wissenschaftler warnen: 300 bis 500 Wölfe braucht es für eine lebensfähige Population. Ein Referendum gegen das neue Jagdgesetz wird vorbereitet.
Bereits nach geltendem Jagdrecht wurden 2022 sehr viele Wölfe geschossen, andere kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben.
Wissenschaftler sind sich einig, dass mindestens 300 bis 500 Tiere in einem Biotop notwendig sind, um eine lebensfähige Population zu erhalten. Wolfspopulationen wachsen nicht unendlich auf kleinem Raum, sondern verteilen sich dynamisch über den ganzen Kontinent.
Laut einer Studie werden Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere am effektivsten durch die korrekte Umsetzung von nicht-letalen Herdenschutzmassnahmen nachhaltig verhindert. Die Hobby-Jagd scheitert als Populationskontrolle.
Was ändert das neue Jagdgesetz?
Nach dem neuen, geplanten Jagdgesetz dürften Wölfe vom 1. September bis 31. Januar präventiv getötet werden. Das heisst im Klartext, dass einzelne Wölfe oder ganze Wolfsfamilien geschossen werden dürfen, wenn sich in ihrem Streifgebiet Alpen befinden, die von den Kantonen als «nicht zumutbar schützbar» eingestuft wurden.
Warum das zweite Referendum?
Der Volkswille, der im September 2020 eine Lockerung des Schutzes von Wölfen und anderen Wildtierarten an der Urne abgelehnt hat, wird mit der Umsetzung des geplanten Jagdgesetzes missachtet. Die im revidierten Jagdgesetz vorgesehene massive Lockerung des Wolfsschutzes ist mit der Berner Konvention nicht vereinbar.
Für die IG Wild beim Wild ist klar: Wenn man seine Nutztiere in der Wildnis nicht schützen kann, dann haben sie dort auch nichts zu suchen. Nach geltendem Tierschutzgesetz Art. 4 hat jeder Tierhalter die Verpflichtung, für das Wohlergehen seiner Tiere zu sorgen.
Herdenschutz funktioniert
Überall dort, wo Herdenschutzmassnahmen permanent und lückenlos umgesetzt werden, funktioniert der Schutz einwandfrei. Wölfe schützen Berggebiete, indem sie für angepasste Schalenwildbestände sorgen, die den Schutzwald nutzen. Das Genfer Modell zeigt seit 1974, dass professionelles Wildtiermanagement ohne Hobby-Jagd funktioniert.
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