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Tierwelt

Moderhinke wird neu schweizweit bekämpft

Moderhinke ist eine akute, hochansteckende und schmerzhafte Lahmheitserkrankung, die vor allem bei Schafen und Ziegen auftritt. Erkranken können aber auch Steinböcke.

Redaktion Wild beim Wild — 18. August 2024

In der Schweiz hat Moderhinke in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit erregt, da sie negative Auswirkungen auf die Tiergesundheit und das Wohlergehen der Tiere hat.

In jeder vierten Schafherde in der Schweiz treten laut Angaben des Bundes Fälle von Moderhinke auf. Ein Grund sei vor allem der Tierverkehr in den Sömmerungsmonaten. Fast ein Viertel der Schafe, welche zum Beispiel in Graubünden sömmern, sind aus anderen Kantonen.

Ursachen und Auslöser

Moderhinke wird durch bakterielle Erreger, wie beispielsweise Dichelobacter nodosus, verursacht. Diese Erreger dringen in die Hufe der Tiere ein und führen zu Entzündungen sowie Gewebeschäden. Feuchte und schmutzige Umgebungen begünstigen die Verbreitung der Erreger, weshalb besonders in der Schweiz – mit ihren häufig wechselnden klimatischen Bedingungen – die Prävention von grosser Bedeutung ist.

Der Erreger hat auf Weiden und im Boden eine begrenzte Lebensdauer von rund 14 Tagen, besonders auf feuchten Böden von teils bis zu 42 Tagen (unter günstigen Bedingungen sogar bis zu 6 Monaten), in verseuchtem Klauenmaterial und in erkrankten Klauen jedoch jahrelang, teils bis zu 3 ½ Jahren. Die Erkrankung verbreitet sich durch indirekte Übertragung über den Boden durch kontaminierte Weiden auf immer weitere Tiere.

Auswirkungen auf die Tiergesundheit

Die Gesundheit der Tiere leidet stark unter Moderhinke, da die Lahmheit zu einer starken Einschränkung der Bewegungsfreiheit führt. Zudem verursacht die Entzündung unglaubliche Schmerzen und Unwohlsein bei den betroffenen Tieren. Tierhalter und Tierärzte sind daher bestrebt, die Ausbreitung von Moderhinke so gut wie möglich zu verhindern.

Die Krankheit ist grundsätzlich heilbar und kann meist ohne die Anwendung von Antibiotika bekämpft werden.

Mit Wille und Ausdauer kann eine Herde nach sechs bis acht Wochen wieder frei von Moderhinke sein, wie das Beispiel des Schafhalters Willi Hager aus Schalunen/BE zeigt.

Nationales Bekämpfungsprogramm

Künftig sollen nur noch gesunde Tiere auf die Alpen gelangen und zwar schweizweit. Ab dem 1. Oktober 2024 gelten erstmals nationale Regeln im Kampf gegen die Moderhinke.

In den Wintermonaten werden alle Schafherden in der Schweiz auf das Bakterium untersucht, welches die Krankheit auslöst. Werden Fälle festgestellt, müssen diese entsprechend behandelt werden. Zudem ist die Impfung gegen die Moderhinke bis zum Abschluss des nationalen Programms verboten. Wie der Bund auf seiner Internetseite schreibt, lindern die Impfstoffe die Symptome, eliminieren den Erreger aber nicht.

Ziel des nationalen Programms des Bundes ist es, dass die Krankheit in fünf Jahren in weniger als einem Prozent der Schweizer Schafherden vorkommt.

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