Laubbläser vertreiben Igel aus ihrem Zuhause
Ein gepflegter, aber naturnaher Garten – ein Paradies für Igel und andere Wildtiere.
Der Herbst verwandelt unsere Landschaft in ein farbenfrohes Schauspiel.
Doch während wir Menschen die bunten Blätter und die frische Luft geniessen, bringt diese Jahreszeit für viele Wildtiere grosse Herausforderungen mit sich.
Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, suchen Igel, Insekten und andere Kleintiere Schutz in Laubhaufen und im Unterholz – Lebensräume, die durch unsere Gartenpflege schnell zerstört werden können.
Laubbläser – praktisch, aber gefährlich
Um sich die mühsame Arbeit des Laubrechens zu ersparen, greifen viele Gartenbesitzer zum Laubbläser. Was auf den ersten Blick praktisch erscheint, hat jedoch schwerwiegende Folgen für die Tierwelt:
- Nahrungsverlust: Der starke Luftstrom wirbelt nicht nur Blätter auf, sondern reisst auch Insektenlarven und Kleinstlebewesen mit – lebenswichtige Nahrungsquellen für Igel.
- Lebensraumzerstörung: Laub und Totholz sind natürliche Rückzugsorte, die Schutz vor Kälte, Nässe und Fressfeinden bieten. Werden sie entfernt, verlieren viele Tiere ihr Winterquartier.
- Lärmbelastung: Der Lärm der Geräte versetzt Wildtiere in Panik. Besonders Jungigel fliehen aus ihren Nestern – oft mit tödlichen Folgen.
Ein gepflegter, aber naturnaher Garten schützt nicht nur den Igel, sondern auch eine Vielzahl anderer Wildtiere. Darauf weist die IG Wild beim Wild hin. Wer seinen Garten bewusst gestaltet, kann einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt leisten – direkt vor der eigenen Haustüre.
Ordnung mit Augenmass
Viele Gartenbesitzer möchten ihren Garten sauber und ordentlich halten. Doch allzu sterile Ordnung schadet der Natur. Kurz geschorene Rasenflächen, versiegelte Wege, exotische Zierpflanzen oder gar Steingärten lassen kaum Lebensraum für Insekten, Vögel oder Igel. Dabei ist ein naturnaher Garten keineswegs ungepflegt – er ist gepflegt mit Rücksicht auf die Natur.
Ein solcher Garten zeichnet sich durch Vielfalt aus: heimische Sträucher, wilde Ecken, Blühflächen, Totholz und kleine Wasserstellen. Wer diese Elemente integriert, schafft ein lebendiges Ökosystem, in dem sich zahlreiche Arten wohlfühlen.
Der Igel als Botschafter der Artenvielfalt
Der Igel ist ein Symboltier für den naturnahen Garten. Als dämmerungsaktiver Insektenfresser braucht er Rückzugsorte, Nahrung und sichere Durchgänge zwischen Grundstücken. Laub- und Reisighaufen, ungestörte Ecken oder spezielle Igelhäuser bieten ihm Schutz.
Doch wo der Igel sich wohlfühlt, profitieren auch viele andere Tiere: Kröten, Eidechsen, Käfer, Schmetterlinge und Singvögel finden hier Nahrung und Unterschlupf. Der Igel steht somit stellvertretend für das gesamte Netzwerk des Lebens im Garten.
Kleine Taten mit grosser Wirkung
Es braucht keine grossen Investitionen, um den eigenen Garten naturnäher zu gestalten. Schon einfache Massnahmen helfen:
- Heimische Pflanzen statt exotischer Ziergewächse – sie bieten Insekten Nahrung.
- Laub und Äste liegen lassen – sie werden zu wertvollen Lebensräumen.
- Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger – die Natur reguliert sich selbst.
- Wasserstellen aufstellen – wichtig für Vögel, Insekten und Kleinsäuger.
- Zäune durchlässig gestalten – damit Igel und andere Tiere wandern können.
Diese kleinen Veränderungen summieren sich zu einem grossen Gewinn – für die Natur, für die Tiere und für uns Menschen. Denn ein lebendiger Garten ist ein Ort der Erholung, der Beobachtung und des Staunens.
Verantwortung vor der Haustür
Die IG Wild beim Wild erinnert daran, dass jeder Gartenbesitzer Verantwortung trägt. Die fortschreitende Versiegelung und der Verlust naturnaher Flächen bedrohen zahlreiche Tierarten. Wer jedoch bewusst handelt, kann auf seinem Grundstück einen sicheren Zufluchtsort schaffen.
Ein naturnaher Garten ist geordnet, aber lebendig – ein Gleichgewicht zwischen Pflege und Freiheit, zwischen Ästhetik und Artenvielfalt. So wird der eigene Garten zu einem kleinen Stück Wildnis, in dem Igel, Vögel, Insekten und Menschen gleichermassen ihren Platz finden.
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