Lärmblitzer gegen Motorradlärm in der Schweiz
Sie verursachen unnötig Lärm, Umweltverschmutzung, Ressourcenverschwendung und Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer.
Bei schönem Wetter dröhnen sie zum Vergnügen über die Alpenpässe, an Seeufern entlang, durch Täler und Dörfer.
Bevölkerung und Tiere fühlen sich gravierend genötigt. Auch Velofahrer fühlen sich nicht wohl neben den lärmigen und druckvollen Emissionen. Von Andermatt her Richtung Oberalppass geht es zum Beispiel zu und her, wie auf einer Autobahn, und dies im alpinen Gelände, wo Mensch und Tier Ruhe und Erholung suchen.
Motorradfahrer sind einem besonders hohen Unfallrisiko ausgesetzt, denn sie sind schnell unterwegs, haben eine schmale Silhouette und keine Knautschzone. Obwohl sie nur 3 % der auf Schweizer Strassen gefahrenen Motorfahrzeugkilometer zurücklegen, machen sie mehr als ein Viertel aller Schwerverletzten bei Verkehrsunfällen aus. Jedes Jahr verletzen sich insgesamt rund 3’600 Biker. Fast 50 Motorradfahrer sterben pro Jahr auf Schweizer Strassen. 1’037 Schwerverletzte gibt es jedes Jahr durch Motorradunfälle. Besonders betroffen sind junge Biker zwischen 16 und 24 Jahren.
Link: Motorradunfälle heute und gestern
Motorräder dürfen gegenüber Personenwagen markant lauter unterwegs sein. Die unsportliche Spassgesellschaft belästigt und gefährdet sich selbst, die Einwohner, Umwelt, Tiere und Natur. Transportiert wird auch nichts Schlaues. Einige fahren offenbar je lauter, desto lieber. Und sie werden immer mehr.
Über eine Million Menschen und Tiere müssen an Schweizer Strassen mit zu viel Lärm leben. Sie tragen das Gesundheitsrisiko, während einige Krachmacher ihren lautstarken Spass haben wollen.
Die Auswirkungen von Lärm auf Tiere sind ein wichtiges Thema in der Umweltforschung. Lärm kann sich auf die Lebensräume von Tieren auswirken, ihr Verhalten beeinflussen und sogar ihre Gesundheit gefährden. Besonders in städtischen Gebieten sind Tiere wie Vögel, Fledermäuse und Nagetiere dem Lärm durch den Strassenverkehr und andere menschliche Aktivitäten ausgesetzt.
Auswirkungen von Lärm auf Tiere
- Verhaltensänderungen: Tiere können aufgrund von Lärm ihr Verhalten ändern, zum Beispiel, indem sie ihre Nistplätze verlassen oder sich in untypischen Mustern bewegen.
- Kommunikationsstörungen: Viele Tiere kommunizieren mithilfe von Lauten und Gesängen. Lärm kann diese Kommunikation stören und somit die sozialen Strukturen von Tiergemeinschaften beeinträchtigen.
- Gesundheitsprobleme: Anhaltender Lärm kann bei Tieren Stress verursachen, ihr Immunsystem schwächen und das Fortpflanzungsverhalten beeinflussen.
Um die Auswirkungen von Lärm auf Tiere zu minimieren, werden in vielen Gebieten Massnahmen ergriffen, um natürliche Lebensräume zu schützen und Lärmbelastungen zu reduzieren.
Die Lärmbelästigung der Bevölkerung wird nach wie vor durch die über das Jahr gemittelten Lärmpegelmessungen nicht ausreichend erfasst. Diesbezügliche Polizeikontrollen finden kaum statt.
In der Schweiz sind die überlauten Motorräder, insbesondere auf beliebten Passstrassen, in den Voralpen und Alpen, aber auch im Mittelland seit Jahren ein grosses Ärgernis.
Das Pilotprojekt in Genf 2023 hat gezeigt, dass Lärmblitzer technisch möglich und sinnvoll sind.
Tirol macht es besser
Auf beliebten Ausflugsstrecken sind seit 10. Juni 2020 Motorräder verboten, deren Standgeräusch 95 Dezibel überschreitet. Die Sperrungen gelten auch für Touristen. Wer gegen die Sperrung verstösst, muss mit einer Geldstrafe von 220 Euro rechnen. Damit reagiert Tirol auf die Lärmbelästigung durch lärmende Motorräder. Vor allem an den Sommerwochenenden stört dröhnender Motorradverkehr mit hochtourigem Fahren bei Beschleunigungs- und Bremsvorgängen die Ruhe in den Alpen. Dieses in Österreich erstmals auf Lärm basierende Fahrverbot soll zu einer spürbaren Entlastung für Mensch und Natur führen.
Der Lärm beeinträchtigt Mensch und Natur übermässig. Verschiedene Vorstösse im Parlament in der Schweiz scheiterten bisher an der Argumentation, die Lärmpegel müssten sich an die EU-Richtlinien halten, um das Landverkehrsabkommen mit der EU nicht zu gefährden. Da das Fahrverbot im Tirol offensichtlich EU-konform möglich ist, sollen Motorräder mit einem Standpegel von über 95 dB/A in der Schweiz ebenfalls nicht mehr fahren dürfen.
Lärm stresst die Bevölkerung sowie andere Lebewesen und macht krank. Motorradlärm entwertet die Naturlandschaften der Schweiz und vertreibt erholungssuchende Touristen. Wir sollten in unserem Wohlbefinden nicht derart von einer Minderheit gestört werden (Art. 15 USG), und vermeidbare Belästigungen sollten unterbleiben (Art. 42 SVG). Unnötigen Lärm zum Vergnügen zu verursachen, ist schon heute untersagt.
Viele, die an befahrenen Strassen leben, haben den Lärm satt. Ebenso die Lärmliga Schweiz. Sie fordert in einer Petition die Politik zum Handeln auf. Der Bund soll Lärmblitzer bereitstellen, eine Lärmobergrenze einführen, höhere Bussen verlangen und Knattertöne auch bei Sportwagen verbieten.
Die IG Wild beim Wild fordert von der Politik auch, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und sich für das Wohlergehen von Mensch und Tier einzusetzen – die lärmige Epidemie auf den Strassen zu beenden! Auf Bergstrecken ist ergänzend eine Tempobeschränkung auf 60 km/h festzulegen.
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