Auf dem Weg zum Frieden mit dem Wolf?
Bezüglich unseres konfliktreichen Verhältnisses zum Wolf möchte Yves Bongard keine Prognosen für die Zukunft abgeben, auch wenn er hofft, dass die Schweizer mit dem Wolf auf die gleiche Weise Frieden schliessen können, wie sie letztlich den Luchs akzeptiert haben.
Dafür müssten wir vor allem «die Wildnis kennenlernen, mit ihr Frieden schliessen», fordert er.
50 Jahre Luchs im Creux-du-Van
Der Kanton Neuenburg feiert den 50. Jahrestag der Wiederansiedlung des Luchses im Creux-du-Van. Seit der Wiedereinführung im Jahr 1974 hat sich die Population auf rund 200 Luchse in der Schweiz erhöht, davon rund 70 im Jura.
Yves Bongard, Sekretär des Vereins Avenir Loup Lynx Jura, betont, dass die Menschen gelernt haben, den Luchs zu bewundern, anstatt Angst vor ihm zu haben. Es gab einen Wandel von der Furcht zur Bewunderung, und der Luchs wird heute als faszinierendes Tier angesehen, sagt er gegenüber RTS. Das Zusammenleben mit Wildtieren erfordert Geduld und Lernbereitschaft.
Zusammenleben ist die Devise. Yves Bongard, Sekretär der Sektion Neuchâtel des Vereins Avenir Loup Lynx Jura
Vom Luchs lernen für den Wolf
Er erinnert auch daran, dass der Luchs jedes Jahr eine bestimmte Anzahl Nutztiere tötet, in der Schweiz etwa 100 Tiere pro Jahr – Raubzüge, die bezahlt werden und die Züchter entschädigt werden. Deshalb müsse auch beim Wolf eine Balance gefunden werden, schlägt er vor. Über die Populationskontrolle durch Abschuss lässt sich hingegen streiten.
«Ich bin der festen Überzeugung, dass wir lernen müssen, mit dem Wolf zusammenzuleben.»
Bongard äussert die Hoffnung, dass die Menschen eines Tages auch mit dem Wolf Frieden schliessen können, ähnlich wie sie es beim Luchs getan haben.
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