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Jagd

Amerikanischer Hobby-Jäger tötet Löwen und lacht: Empörung nach Bogenjagd-Fotos in Südafrika

Fotos eines lachenden Hobby-Jägers neben einem toten Löwen sorgen international für Empörung.

Redaktion Wild beim Wild — 9. Juli 2026

Fotos, die auf den ersten Blick wie Werbematerial wirken, zeigen in Wahrheit eine reale Tötung: Ein amerikanischer Hobby-Jäger aus Kentucky posiert lachend neben einem toten Löwen, während im Bild ein zweiter Mann am Boden liegt.

Die Aufnahmen stammen von der südafrikanischen Choronga Safaris, einem auf Grosswild-Bogenjagd spezialisierten Anbieter mit Konzessionen in Südafrika, Sambia, Botswana, Mosambik und Namibia. Nach eigenen Angaben handelt es sich beim Schützen um einen praktizierenden Arzt, was in sozialen Medien für zusätzliche Empörung sorgte: Wer im Berufsleben Leben rettet, nimmt es in der Freizeit einem wilden Tier.

Der Löwe wurde nicht mit dem Gewehr, sondern mit Pfeil und Bogen erlegt, jener Methode, die unter Hobby-Jägern als besonders «anspruchsvoll» gilt, tatsächlich aber ein höheres Risiko für einen unpräzisen, quälend langsamen Tod des Tieres birgt.

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Kein Einzelfall

Der aktuelle Fall reiht sich in eine lange Liste ähnlicher Vorfälle ein. Bereits 2015 sorgte die Tötung des Löwen Cecil in Simbabwe für weltweite Empörung, 2021 traf es mit Mopane einen weiteren bekannten Löwen im selben Gebiet. Solche Trophäenjagden treffen häufig ranghohe, revierhaltende Männchen, deren Verlust ganze Rudel destabilisiert: Nachfolgende Männchen töten häufig die Jungtiere des Vorgängers, um die eigene genetische Linie durchzusetzen.

Zwischen 2009 und 2018 wurden laut internationalen Handelsdaten über 7’600 Löwentrophäen weltweit gehandelt, während der Wildbestand in Afrika auf schätzungsweise noch rund 20’000 ausgewachsene Tiere geschrumpft ist.

Dass die Fotos aus dem aktuellen Fall wie inszenierte Werbeaufnahmen wirken, ist kein Zufall, sondern Symptom: Die Trophäenjagd-Industrie verkauft ein Erlebnis, in dem der Tod eines bedrohten Tieres zur Trophäe und zum Statussymbol stilisiert wird. Das Lachen über dem toten Tier ist dabei kein Ausrutscher, sondern folgerichtiger Ausdruck einer Praxis, die Wildtiere konsequent als Ware behandelt. Die Industrie rechtfertigt sich gerne mit angeblichen Einnahmen für lokale Gemeinschaften, Studien zeigen jedoch, dass nur ein Bruchteil der Erlöse aus der Trophäenjagd überhaupt dort ankommt, während naturnaher Fototourismus nachweislich höhere und nachhaltigere Einnahmen generiert, ganz ohne tote Löwen.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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