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Jagdgesetz

Wolf: 25 % weniger Angriffe im Jahr 2022

In der Schweiz ist die Zahl der Wölfe innert Jahresfrist von etwa 240 auf rund 300 gestiegen – doch die Zahl der von diesem Beutegreifer gerissenen Nutztiere sinkt.

Redaktion Wild beim Wild — 31. Dezember 2023

1’100 Nutztierrisse statt 1’480

Das zeigt eine Auswertung von kantonaler Daten durch die Gruppe Wolf Schweiz.

Sie geht auf der Basis dieser Daten von insgesamt 1’100 in diesem Jahr von Wölfen gerissenen Nutztieren in der Schweiz aus. 2022 waren es 1’480 Nutztierrisse, was einem Rückgäng um rund 25 % entspricht. Die Auswertung datierte vom 26. Dezember. Sie stützte sich auf im Internet zugänglichen Daten der Kantone.

Vier Risse pro Wolf

In den sechs Kantonen, in denen es Wolfsrüdel gab, sank die Zahl der getöteten Nutztiere von 1’329 im vergangenen Jahr auf rund 950 in diesem Jahr. Die Nichtregierungsorganisation nimmt an, dass in diesem Jahr rund 150 weitere Nutztiere in Kantonen ohne Wolfsrüdel gerissen werden. Das entspricht der Anzahl des vergangenen Jahrs.

Dem Faktenblatt der Gruppe Wolf zufolge sind die Nutztierrisse durch den Wolf im laufenden Jahr im Kanton Graubünden stark rücklaeufig. Im Kanton Wallis sind die Risse etwas geringer ausgefallen als im Vorjahr und in den Kantonen Waadt und St. Gallen nahmen die Nutztierrisse zu.

Gestützt auf Zahlen des Bundesamts für Umwelt und der Stiftung Beutegreiferökologie und Wildtiermanagement (KORA) sagt die Gruppe Wolf auch, dass im laufenden Jahr pro Wolf im Durchschnitt vier Nutztierrisse zu verzeichnen sind. Im Jahr 2020 waren es neun und im Jahr zuvor deren sechs.

Beschwerden gegen Abschussverfügungen hängig

Der Bundesrat beschloss Anfang November, dass Wölfe ab Dezember dieses Jahres auch vorbeugend abgeschossen werden dürfen. Die rasante Ausbreitung des Wolfes habe bisher nicht gestoppt werden können. Die Kantone Wallis und Graubünden erliessen in der Folge Abschussverfügungen für insgesamt 78 Wölfe.

Drei Umweltorganisationen erhoben in der Folge gegen einen Teil dieser Abschussverfügungen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Bund und Kantone missachteten den Grundsatz der Verhältnismässigkeit und die wichtige Rolle, die der Beutegreifer im Waldökosystem spiele. Diese Beschwerden sind noch hängig.

Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd

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