10. Juni 2026, 16:57

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Untersuchung im Aargau: Dioxinbelastung bei Wildschweinen ein Problem

Vorsicht beim Verzehr von Wildschweinfleisch aus dem Suhret-Wald bei der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Buchs AG: In mehreren Proben wurde eine erhöhte Belastung mit Dioxinen und PCBs (polychlorierte Biphenyle) festgestellt.

Redaktion Wild beim Wild — 2. September 2025
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Im Rahmen einer Untersuchung des Kantons Aargau wurden Böden rund um die KVAs in Buchs, Turgi und Oftringen untersucht.

Erste Ergebnisse von 2022 zeigten deutlich niedrigere Belastungswerte als jene im stark kontaminierten Gebiet von Lausanne, wo rund 4000 Grundstücke betroffen waren, schreibt der Kanton in einer Medienmitteilung.

  • Oftringen: Sehr geringe Dioxinwerte – keine Gefahr festgestellt.
  • Turgi: Gemüse und Salate gelten als unbedenklich, dennoch Empfehlungen wie «Schafe nicht zu lange weiden lassen» und gründliches Reinigen von Futterrüben.
  • Buchs: Im Suhret-Wald wurden bei Bodenproben 2023 erhöhte Werte gemessen; das Risiko ist lokal begrenzt, aber spürbar.

Belastung bei Wildschweinen – aber nicht bei Rehen oder Pilzen

Untersuchungen des Wildbestands zeigten widersprüchliche Resultate:

  • Pilze und Rehfleisch wiesen nur geringe Dioxinspuren auf – gelten als bedenkenlos verzehrbar.
  • Wildschweinfleisch dagegen war in 5 von 17 Proben mit erhöhten Konzentrationen belastet.

Der Grund: Wildschweine wühlen im Boden – anders als Rehe, die nur grasen – und nehmen dadurch besonders schnell belastete Stoffe auf. Zudem speichern sich diese fettlöslichen Toxine leicht im fettreichen Wildschwein–Fettgewebe.

Strikte Verwertungsregeln eingeführt

  • Hobby-Jäger dürfen weiterhin im Suhret-Wald auf Wildschweine jagen – jedes erlegte Wildtier muss im Labor auf Dioxine und PCB getestet werden.
  • Fleisch darf ohne Test weder verkauft noch verzehrt werden.
  • Sollte ein Tier belastet sein, übernimmt die KVA Buchs AG die Kosten für Laboranalysen und fachgerechte Entsorgung. Für Jagdgesellschaften und den Kanton entstehen dadurch keine Zusatzkosten, obwohl ein Mehraufwand besteht. Der Präsident von Jagd Aargau, Gerhard Wenzinger, betont, dass die Jäger bisher kooperativ reagieren.
  • Der Kanton plant, den Sachverhalt in einem Jahr anhand neuer Daten erneut zu bewerten.

Mögliche Folgen für die Bevölkerung und die Jagd

Die erhöhten Dioxin- und PCB-Werte rufen insbesondere im Fleisch Wachsamkeit hervor. Diese Substanzen gelten laut Olga Miller vom Aargauer Amt für Verbraucherschutz als gesundheitsgefährdend, da sie sich im Fettgewebe anreichern und etwa das Immunsystem beeinträchtigen oder bei langfristiger Aufnahme sogar Krebs fördern können. In massiven Fällen können sie sogar tödlich sein.

Für die Bevölkerung rund um die KVA Buchs besteht somit keine unmittelbare Gefahr – sofern die Empfehlungen und Auflagen strikt umgesetzt werden. Die Jagd und die Verbrauchersicherheit werden so eng miteinander verzahnt.

Mehrwert:

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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