Unkultur

Frankreich: Jagdstationen zerstört

Es sind Bilder, die Tierquälern nicht gefallen.

Hobby-Jäger im Süden Frankreichs sind verstört. Innerhalb kurzer Zeit wurden ihre tierquälerischen Anlagen wiederholt zerstört, wegen einer von ihnen in der Provence praktizierte Fangtechnik für Amseln und Drosseln, die sehr umstritten ist. 

Das ist ein richtiges Kommando„, wettert Eric Camoin. „Es sind mehrere, die hier hergekommen sind, um die Lage zu erkunden und dann alles zu zerstören – in einer Vollmondnacht!“ Vierzehn Tage zuvor waren ähnliche Zerstörungen in den Departements Vaucluse und Var zu verzeichnen gewesen. In der Nähe der zerstörten Posten fanden sich Aufschriften, die Jäger als Mörder bezeichneten oder von Tierrechtsaktivisten.

Der Vorsitzende des nationalen Verbands zur Verteidigung der traditionellen Drosseljagd, der die Presse vor Ort einlud, um seinem „Überdruss“ Ausdruck zu verleihen, sagte: „Das ist das zehnte Mal, dass das hier passiert.“ Er sagte: „Ob man diese Praktiken mag oder nicht, das ist eine andere Debatte. Ich verlange nicht, dass man die Jagd liebt. Jeder ist frei in seiner Meinung. Aber an einem bestimmten Punkt kann man sich nicht alles erlauben und einfach so zerstören„.

Eine Jagd, die für Diskussionen sorgt

Die Jagd mit Leim ist Teil unseres Erben“, sagt Gérard Guidice, Präsident der Jagdgesellschaft von Marignane. „Hier befinden wir uns in der Provence. Wenn man diese Art der Jagd angreift, greift man unsere Kultur an!“ Die hauptsächlich in der Provence-Alpes-Côte d’Azur praktizierte Jagd mit Klebstoff wird in der Tat regelmässig von Umweltschützern und Tierschützern angeprangert.

Ende August beschloss Emmanuel Macron, die von Umweltschützern und Vogelschützern angeprangerte Jagd mit Leim für diese Saison auszusetzen. Mit dieser Geste reagierte er auch auf die Anordnungen der Europäischen Kommission, die Frankreich Anfang Juli drei Monate Zeit gegeben hatte, um diese nicht zulässige Jagdmethode einzustellen, die durch eine Richtlinie aus dem Jahr 2009 verboten ist, sofern keine Ausnahmeregelung vorliegt.

Es gibt Vereine, die Hass gegen diese Praxis schüren, und Gruppierungen, die dahinter stehen, machen die Drecksarbeit, laut Eric Camoin.

Wir haben Beschwerden eingereicht“, sagt Eric Camoin. „Die Gendarmen und Polizisten kommen jedoch nicht einmal vorbei. Ihnen ist das egal. Sie nehmen die Beschwerden entgegen und legen sie zu den Akten. Wir können so nicht weitermachen.

Eines Tages werden wir über die Täter herfallen„, sagt ein Jäger aus Marseille, der lieber anonym bleiben möchte. Wir werden sie kriegen. Wir schaffen es, jede Art von Tier zu jagen, also werden wir sie schon kriegen! Das ist keine Todesdrohung, sondern eine Warnung…“. Eric Camoin ist besorgt: „Es wird ein Drama geben. Es wird eine Katastrophe geben, denn früher oder später werden wir sie finden. Wir werden nicht aufgeben und wir werden es schaffen, herauszufinden, wer es ist. Wenn ein Jäger auf einen Typen stösst, der gerade einen Posten zerstört, weiss ich nicht, wie der Typ reagieren wird!

Frankreich bleibt das einzige EU-Land, das die Leimjagd noch erlaubt. Die Jäger fordern ein schnelles Eingreifen des Innenministers Gérald Darmanin, auf die Gefahr hin, dass die Hobby-Jäger selbst zur Polizei werden.

1 Kommentar

  1. Leimjagd ins hinterlistig , perfide und sadistisch. Mit Kultur hat das nichts zu tun. Wenn früher arme Leute auf die Weise ihren Hunger mit kleinen Vogelbraten befriedigt haben, so ist das heutzutage nur noch .
    ein wiederwärtiges Hobby für Sadisten. Genau wie der Vogelfang mit Netzen und Fallen.
    Wir brauchen keine Singvögel zu essen. Wir haben Nahrung im Überfluss und werfen einen grossen Teil davon in den Abfall.
    Leimjagt, Jagt mit Netzen gehört strikt verboten. Das ist total sinnlose Tierquälerei .

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