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Frankreich: Leimrutenjagd auf Singvögel ist illegal

Der EuGH bestätigt: Die Leimrutenjagd auf Singvögel in Frankreich verstösst gegen EU-Recht. Tradition ist keine Rechtfertigung für Tierquälerei.

Redaktion Wild beim Wild · 17. März 2021

In Frankreich werden Singvögel mit Klebemasse gefangen: Die sogenannte Leimrutenjagd ist in der EU eigentlich verboten.

EuGH: Leimrutenjagd verstösst gegen EU-Recht

Die Hobby-Jagd auf Vögel mit sogenannten Leimruten verstösst grundsätzlich gegen EU-Recht. Das geht aus einem verkündeten Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hervor. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die versehentlich gefangenen Vögel irreparable Schäden erleiden würden. (Rechtssache C-900/19)

Leimrutenjagd Singvögel
Auch auf Zypern werden Singvögel noch per Leimrute gefangen.

Tierschützende lehnen die Leimrutenjagd ab

Es ist verboten, Singvögel zu essen. Doch daran halten sich nicht alle. In Südfrankreich landet der Ortolan in einigen Regionen weiterhin auf dem Teller. Jedes Jahr werden schätzungsweise 30’000 Ortolane gefangen.

Das widerspricht Vogelschutzprogrammen in der EU

Dass in Frankreich nur zögerlich gegen die Wilderei vorgegangen wird, untergräbt natürlich auch teure Programme für den Vogelschutz in den anderen EU-Ländern. Auch in Italien werden Berg- und Buchfinken als Delikatessen gejagt – von über 800’000 registrierten Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jägern.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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