Kanton Jura: Rund 40 Kormorane getötet
Im Kanton Jura wurden seit September rund 40 Kormorane auch durch Hobby-Jäger getötet. Der heimische Vogel wird wegen angeblicher Fischschäden verfolgt.
Regulierung seit September 2023
Bis Ende Februar findet im Kanton Jura eine Jagd zur Regulierung des Kormorans statt.
Seit September wurden bereits rund vierzig Exemplare auch durch Hobby-Jäger getötet. Dieser heimische Vogel, der vorwiegend im Bezirk Pruntrut vorkommt, jagt in dunklem Wasser, was bestimmten Fischen schaden soll. Derzeit nisten keine Kormorane in der Region, schreibt lqj.ch.
200 Kormorane besuchen den Kanton jährlich
Seit rund zwanzig Jahren kommt es im Kanton Jura vermehrt zu Kormoranbeständen, primär im Winter. Obwohl es sehr schwierig ist, eine genaue Zahl zu nennen, geht der Wildinspektor des kantonalen Umweltamts Amaury Boillat von einer Zahl von 200 Exemplaren aus, die jedes Jahr den Kanton besuchen. Die am meisten besuchten Flüsse sind die Allaine, der Doubs und die Birse.
«Im Winter gefrieren die Gewässer im Elsass, an denen sich die Kormorane ernähren, und sie kommen zu uns», erklärt Amaury Boillat. Ihre Hochburg in der Schweiz sind die grossen Seen. Doch mit zunehmender Population wandern sie auch in unsere Flüsse.
Kormorane als Sündenböcke
Wenn eine Gruppe von Kormoranen in einen Fluss gelangt, stellt dies eine Gefahr für mehrere im offenen Wasser lebende Fischarten dar, vordergründig für die Äsche, eine vom Aussterben bedrohte Art. Da der Kormoran als heimisch gilt, darf er nicht ausgerottet werden. Es gehe vielmehr darum, sie zu «bewirtschaften», wie auch andere im Jagdplan enthaltene jagdbare Arten, so der Wildinspektor weiter.
Die Ursache, warum es immer weniger Fische und Fischarten gibt, sind die Gewässerverschmutzungen, hauptsächlich durch die Gülle der Bauern und die Überfischung der Hobby-Fischer, ergänzt die IG Wild beim Wild. Die Kormorane bezahlen als Sündenböcke für die Verfehlungen anderer mit dem Leben. Es hat noch nie eine Tierart eine andere ausgerottet. Das schafft nur der Mensch immer wieder.
Es ist offensichtlich einfacher für Amaury Boillat vom Umweltamt Jura, Probleme mit Gewalt zu lösen, statt die Ursache zu beheben.
LASS UNS IN VERBINDUNG BLEIBEN!
Wir möchten dir gerne die neuesten Neuigkeiten und Angebote im Newsletter zukommen lassen.
Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
JETZT SPENDEN→
