7. Juli 2026, 01:18

Suchen

Tierwelt

Özdemir: Keine Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse

Bundesminister Özdemir will die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte abschaffen. Tierschützer begrüssen das Lenkungsinstrument.

Redaktion Wild beim Wild — 10. Januar 2023

Angesichts der anhaltend hohen Energiepreise und einer hohen Inflationsrate hat sich Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) am vergangenen Samstag dafür ausgesprochen, die Mehrwertsteuer für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte abzuschaffen.

Tierschützer begrüssen dieses wirkungsvolle Lenkungsinstrument hin zu einer umwelt-, klima- und tierfreundlichen pflanzenbasierten Ernährung. Gleichzeitig fordern Tierrechtler eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf Fleisch, eine Forderung, deren Wirksamkeit durch aktuelle Studien unterstützt wird.

Mit der Abschaffung der Mehrwertsteuer will Özdemir die Verbraucher nicht nur entlasten, sondern auch einen Anreiz für eine gesunde Ernährung schaffen. Aktuelles Vorbild ist Spanien, das die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Obst, Gemüse und Brot zum Jahresende vorübergehend ausgesetzt hat.

Petition

Keine Luchsabschüsse im Wallis

Der Luchs ist genetisch am Limit, trotzdem soll er als erster Kanton der Schweiz zum Abschuss freigegeben werden.

Jetzt unterschreiben →

Wichtiger Hebel: pflanzenbasierte Ernährung

«Die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte ist das richtige Signal. Studien belegen, dass Ernährung und Lebensmittelproduktion entscheidende Hebel zur Reduktion der Treibhausgase sind. Sie sind für etwa ein Drittel aller Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich.»

Eine Absage erteilt der Tierrechtsverband der Forderung des Bauernverbandes. Es sei völlig kontraproduktiv, die Mehrwertsteuer auch für tierische Produkte auszusetzen. Im Gegenteil: Tierische Produkte müssten teurer statt günstiger werden. Eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf Fleisch von aktuell 7 auf 19 % ist nach Ansicht des Verbandes längst überfällig.

Landwirtschaftsminister Özdemir will gesunde Lebensmittel günstiger machen

Studie empfiehlt Fleischsteuer

Nach einer Studie der Uni Bonn muss der Fleischkonsum in den Industrienationen um mindestens 75 % sinken, um die globale Erwärmung unter 1,5 Grad zu halten. Um dies zu erreichen, empfehlen die Wissenschaftler eine Fleischsteuer. Nach Berechnungen der Universität Oxford, des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Technischen Universität Berlin müsste ein Kilogramm Rindfleisch durchschnittlich um 35 bis 56 % teurer sein, Lamm- und Schweinefleisch um 19 % und Geflügel um 25 %. Die drei wichtigsten Massnahmen seien die Umstellung auf eine «sehr stark pflanzliche Ernährung», die Reduktion der Nahrungsmittelverschwendung und eine emissionsärmere Produktion.

Massnahmen für eine Agrar- und Ernährungswende

Vor diesem Hintergrund fordern Tierrechtler neben einer Abschaffung der Mehrwertsteuer für pflanzliche Nahrungsmittel eine drastische Reduzierung des Fleischkonsums und der Tierbestände, Ausstiegsprämien für Landwirte und den Ausbau pflanzlicher Eiweissträger.

Download der 10-seitigen Broschüre Forderungen für eine Agrar- und Ernährungswende als PDF.

Sie können mit Barmherzigkeit allen Tieren und unserem Planeten helfen. Wählen Sie Mitgefühl auf Ihrem Teller und in Ihrem Glas. Go vegan.

LASS UNS IN VERBINDUNG BLEIBEN!

Wir möchten dir gerne die neuesten Neuigkeiten und Angebote im Newsletter zukommen lassen.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden