Gesundheit & Medizin

Nutztiere von bio bis konventionell leiden unter Krankheiten

Millionen Nutztiere leiden massiv unter Krankheiten, Verletzungen und Schmerzen.
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Ob die Tiere auf einem Bio-Hof oder in einem konventionellen Betrieb gehalten werden, spielt dabei kaum eine Rolle.

Diese ernüchternden Erkenntnis hat eine systematische Auswertung tiermedizinischer Studien aus Deutschland und der Schweiz durch die Verbraucherorganisation Foodwatch zusammen mit Tiermedizinern ergeben.

Das Tückische: Die Konsumenten können im Supermarkt oder beim Metzger nicht am Fleisch erkennen, ob das Tier vorm Schlachten gesund oder krank war oder ob die Milch und Eier, die sie kaufen, von gesunden oder kranken Tieren stammen.

Die Verbraucherorganisation forderte Bundesagrarminister Cem Özdemir auf, Massnahmen für mehr Tiergesundheit zu ergreifen – wie im Koalitionsvertrag versprochen.

Die Debatte um Tiergesundheit erinnert an die Klimakrise: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eindeutig, werden aber politisch ignoriert. Wir reden immer nur über Haltungslabel oder Stallumbauten, dabei zeigen Studien ganz klar: Kranke und verletzte Tiere gibt es auf kleinen Bio-Höfen genauso wie in grossen Tierfabriken. Denn ob Hühner, Schweine oder Kühe gesund sind, hängt nicht einfach davon ab, ob der Stall ein paar Zentimeter grösser ist oder Stroh auf dem Boden liegt, sondern ganz entscheidend auch vom Stallmanagement der Landwirte. Das Problem ist: Es gibt bisher keinerlei gesetzliche Vorgaben für Tierhalter, dass sie ihre Tiere gesund halten müssen – weder in der ökologischen noch in der konventionellen Haltung. Die vom Bundeslandwirtschaftsminister geplante Tierhaltungskennzeichnung sei daher nicht die Lösung. Denn das Siegel informiere lediglich über Unterschiede in der Haltungsform – nicht aber über den Gesundheitszustand der Tiere. „Cem Özdemirs Label ändert nichts an dem millionenfachen Leid in deutschen Ställen“, kritisierte Annemarie Botzki.

So zeigen Schlachthofbefunde beispielsweise, dass knapp 40 Prozent aller Schweine in konventioneller Haltung krankhafte Befunde wie Lungenentzündungen, offene Wunden oder Abszesse haben – in der Bio-Haltung sind es mit 35 Prozent laut einer Studie kaum weniger. Bis zu 39 Prozent aller Milchkühe leiden an schmerzhaften Erkrankungen der Klauen. Bei jeder zweiten Milchkuh in einem Bio-Stall wurden Euterentzündungen festgestellt. In der Legehennenhaltung weisen bis zu 97 Prozent aller Hühner Knochenbrüche auf – in Käfighaltung ebenso wie in Bio-Haltung. Eier, Milch und Fleisch dieser kranken Tiere landeten dennoch massenhaft im Supermarkt.

Sie können mit Barmherzigkeit allen Tieren und unserem Planeten helfen. Wählen Sie Mitgefühl auf Ihrem Teller und in Ihrem Glas. Go Vegan.