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Studie: Frühe Menschen assen 80 % pflanzlich

Sammler und Jäger in den Anden ernährten sich hauptsächlich von pflanzlichen Nahrungsmitteln wie wilden Knollen.

Redaktion Wild beim Wild — 25. Januar 2024

Sammler und Jäger statt Jäger und Sammler

Die häufig verwendete Beschreibung der frühen Menschen als «Jäger und Sammler» sollte in «Sammler und Jäger» geändert werden, zumindest in den südamerikanischen Anden, so eine bahnbrechende Forschungsarbeit unter der Leitung des Archäologen Randall Haas der University of Wyoming (USA).

Archäologen gingen lange Zeit davon aus, dass die frühen Menschen sich von Fleisch ernährten. Die Analyse der Überreste aus den peruanischen Grabstätten zeigt jedoch, dass die Ernährung der frühen Menschen in den Anden zu 80 % aus pflanzlichen Stoffen und zu 20 % aus Fleisch bestand.

Die Studie mit dem Titel «Stable isotope chemistry reveals plant-dominant diet among early foragers on the Andean Altiplano» wurde in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.

Knollen als Hauptnahrung

Die Studie wendet Methoden der Isotopenchemie und der statistischen Modellierung an, um eine überraschende Wendung in den frühen Andengesellschaften und den traditionellen Erzählungen über Jäger und Sammler aufzudecken. «Die gängige Meinung besagt, dass sich die frühe menschliche Wirtschaft auf die Jagd konzentrierte, eine Vorstellung, die zu einer Reihe von proteinreichen Ernährungsmoden wie der Paläodiät geführt hat», sagt Haas.

Die neue Analyse der Isotopenzusammensetzung der menschlichen Knochen zeigt jedoch, dass pflanzliche Nahrungsmittel den Grossteil der individuellen Ernährung ausmachten und Fleisch eine untergeordnete Rolle spielte.

Ferner deuten verbrannte Pflanzenreste von den Fundorten und ausgeprägte Zahnabnutzungsmuster an den oberen Schneidezähnen der Individuen darauf hin, dass Knollen, also Pflanzen, die unter der Erde wachsen, wie z.B. Kartoffeln, wahrscheinlich die wichtigste Ressource waren.

«Unsere Kombination aus Isotopenchemie, paläoethnobotanischen und zooarchäologischen Methoden bietet das bisher klarste und genaueste Bild der frühen Andenernährung», sagt Haas. «Diese Ergebnisse aktualisieren unser Verständnis der frühesten Hirtenwirtschaften und des Weges zur Agrarwirtschaft im Andenhochland.»

Voreingenommene Forschung

Haas stellt fest, dass die Archäologen heute über die Mittel verfügen, um die Ernährungsweise der frühen Menschen zu verstehen, und ihre Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprechen. Diese Fallstudie zeigt zum ersten Mal, dass die frühe menschliche Wirtschaft, zumindest in einem Teil der Welt, auf Pflanzen basierte.

«Angesichts der Tatsache, dass archäologische Vorurteile die Archäologen in den Anden lange Zeit in die Irre geführt haben, ist es wahrscheinlich, dass künftige Isotopenforschungen in anderen Teilen der Welt ebenfalls zeigen werden, dass die Archäologen sich auch anderswo geirrt haben», sagt er.

Haas untersucht das menschliche Verhalten in Jäger- und Sammlergesellschaften der Vergangenheit, um das menschliche Verhalten in der Gegenwart besser zu verstehen. Er leitet archäologische Ausgrabungen und Vermessungsprojekte in den Anden und Bergregionen des westlichen Nordamerikas.

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