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Wildtiere

Leistungsvereinbarungen mit Liechtenstein beschlossen

Liechtenstein ist beim Management von Grossraubtieren eng in die Strukturen der Schweiz eingebunden. Nun haben die beiden Länder zwei Leistungsvereinbarungen zu Herdenschutz und Wolfsmanagement unterzeichnet.

Redaktion Wild beim Wild — 13. Juli 2018

Liechtenstein ist beim Management von Beutegreifern eng in die Strukturen der Schweiz eingebunden. Nun haben die beiden Länder zwei Leistungsvereinbarungen zu Herdenschutz und Wolfsmanagement unterzeichnet.

Zur Sicherung der Leistungen von schweizerischen Einrichtungen für Liechtenstein und des harmonisierten Vollzugs im Management insbesondere des Wolfes hat die Regierung zwei Leistungsvereinbarungen mit schweizerischen Fachstellen im Zusammenhang mit dem Herdenschutz und dem Wolfsmanagement beschlossen.

Durch den Schutz von Restpopulationen von Wolf, Bär und Luchs konnten sich deren Bestände während der letzten Jahrzehnte in ganz Mitteleuropa erholen. Das Vorkommen dieser Beutegreifer in von Menschen dominierten Landschaften birgt aufgrund vielfältiger Nutzungsansprüche Konfliktpotenzial zwischen Mensch, Nutz- und Wildtieren.

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Keine Luchsabschüsse im Wallis

Der Luchs ist genetisch am Limit, trotzdem soll er als erster Kanton der Schweiz zum Abschuss freigegeben werden.

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Konfliktfelder minimieren

Professionelles Management von Beutegreifern beinhaltet die sachliche Information der Öffentlichkeit, Beratung der betroffenen Personenkreise sowie die internationale Zusammenarbeit und hat zum Ziel, Konfliktfelder zu minimieren und das Zusammenleben der Menschen mit heimischen Wölfen, Luchsen, Bären und Goldschakalen zu gewährleisten.

In Liechtenstein werden regelmässig Luchse nachgewiesen, die insbesondere das Berggebiet als Teillebensraum ihrer durchschnittlich 100–150 km² grossen Streifgebiete nutzen. Im Frühjahr 2018 erfolgte der erste Nachweis eines Goldschakals in Liechtenstein. Das als «Calanda-Rudel» bekannt gewordene geografisch nächste Wolfsvorkommen befindet sich in einer Entfernung von weniger als 30 km Luftlinie zu Liechtenstein.

Überwachung durch KORA und Herdenschutz

Dem Amt für Umwelt obliegt die Verantwortung über das Management von Beutegreifern in Liechtenstein, worunter neben den Kenntnissen über nachgewiesene Individuen auch der Schutz von Nutztieren fällt. Aufgrund der Kleinheit des Landes können sich keine eigenen Populationen von Luchsen oder Wölfen etablieren. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb im Management intensiv mit der Schweiz zusammengearbeitet wird.

Um die Überwachung der Beutegreifer in Liechtenstein zu gewährleisten, wurde auf der Basis einer Leistungsvereinbarung die Zusammenarbeit mit der Schweizer Stiftung KORA beschlossen. KORA erforscht die Lebensweise der Beutegreifer und überwacht die Entwicklung ihrer Populationen. Die KORA unterstützt neben Liechtenstein auch das Schweizer Bundesamt für Umwelt BAFU sowie alle Schweizer Kantone bei der Umsetzung von Massnahmen für ein konfliktarmes Zusammenleben.

Da Liechtenstein zu klein für eine eigene Herdenschutzstelle ist und über verhältnismässig wenige Schafe und bestossene Alpen verfügt, wurde im Bereich Herdenschutz ebenfalls eine Leistungsvereinbarung beschlossen. Die Fachstelle Kleinvieh des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen in Salez, die bereits mehrjährige Erfahrung im Bereich Herdenschutz aufweisen kann, unterstützt das Amt für Umwelt neu in der Beratung von Nutztierhaltern sowie bei der Umsetzung von Herdenschutzmassnahmen. Mehr zu Wildtieren und zum Wildtiermanagement.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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