Jagdhunde – Opfer der Hobby-Jagd
Die Kluft zwischen dem romantisierten Bild («Jagdhund als treuer Jagdgefährte») und der Realität mancher Ausbildungen und Hundehaltungen bei Hobby-Jägern ist genau das, was den gesellschaftlichen Konflikt auslöst.

Wenn Schüsse fallen, Jagdhörner ertönen und Hunde gehetzt bellen, herrscht Ausnahmezustand: Die gesamte Tierwelt wird in Angst und Schrecken versetzt.
Für Wildtiere bedeutet die Hobby-Jagd oft ein qualvolles Sterben. Angeschossene Tiere schleppen sich panisch durch den Wald, während Jagdhunde sie hetzen oder ihnen sogar noch bei lebendigem Leib Fleischstücke aus dem Körper reissen.
Doch auch die Jagdhunde selbst sind Leidtragende dieser Tradition. Viele von ihnen fristen ihr Leben eingesperrt in Zwingern, auf Balkonen oder sogar in Kellern, ohne artgerechte Bewegung, ohne Familienanschluss. Ihre einzige «Abwechslung»: die Hobby-Jagd. Dort müssen sie durch Dornen und Gestrüpp, ins kalte Wasser oder auf blutige Nachsuchen. Nicht wenige werden verletzt, manche verschwinden spurlos oder sterben.
Bei der Ausbildung regiert oft Härte statt Fürsorge. Tritte, Ohrenziehen oder der Einsatz von Schmerzen sind nicht nur grausam, sondern laut Tierschutzgesetz verboten. Dennoch werden Jagdhunde vielerorts mit Gewalt «geformt», ganz im Sinne einer Tradition, die sie als reine Gebrauchshunde betrachtet, deren Wert sich ausschliesslich an ihrer Leistung bemisst.
Die Realität ist brutal: Wo angeblich «Konsequenz» und «Disziplin» gefordert sind, leiden fühlende Lebewesen unter einem System, das Gewalt verharmlost und Tierleid in Kauf nimmt.
Die Hobby-Jagd ist kein romantisches Brauchtum, sie ist Krieg gegen Wildtiere und Quälerei für Hunde.
Dossier: Jagd und Tierschutz
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