Jagdhunde – Opfer der Hobby-Jagd
Die Kluft zwischen dem romantisierten Bild («Jagdhund als treuer Jagdgefährte») und der Realität mancher Ausbildungen und Hundehaltungen bei Hobby-Jägern ist genau das, was den gesellschaftlichen Konflikt auslöst.
Wenn Schüsse fallen, Jagdhörner ertönen und Hunde gehetzt bellen, herrscht Ausnahmezustand: Die gesamte Tierwelt wird in Angst und Schrecken versetzt.
Für Wildtiere bedeutet die Hobby-Jagd oft ein qualvolles Sterben. Angeschossene Tiere schleppen sich panisch durch den Wald, während Jagdhunde sie hetzen oder ihnen sogar noch bei lebendigem Leib Fleischstücke aus dem Körper reissen.
Doch auch die Jagdhunde selbst sind Leidtragende dieser Tradition. Viele von ihnen fristen ihr Leben eingesperrt in Zwingern, auf Balkonen oder sogar in Kellern, ohne artgerechte Bewegung, ohne Familienanschluss. Ihre einzige «Abwechslung»: die Hobby-Jagd. Dort müssen sie durch Dornen und Gestrüpp, ins kalte Wasser oder auf blutige Nachsuchen. Nicht wenige werden verletzt, manche verschwinden spurlos oder sterben.
Bei der Ausbildung regiert oft Härte statt Fürsorge. Tritte, Ohrenziehen oder der Einsatz von Schmerzen sind nicht nur grausam, sondern laut Tierschutzgesetz verboten. Dennoch werden Jagdhunde vielerorts mit Gewalt «geformt», ganz im Sinne einer Tradition, die sie als reine Gebrauchshunde betrachtet, deren Wert sich ausschliesslich an ihrer Leistung bemisst.
Die Realität ist brutal: Wo angeblich «Konsequenz» und «Disziplin» gefordert sind, leiden fühlende Lebewesen unter einem System, das Gewalt verharmlost und Tierleid in Kauf nimmt.
Die Hobby-Jagd ist kein romantisches Brauchtum, sie ist Krieg gegen Wildtiere und Quälerei für Hunde.
Dossier: Jagd und Tierschutz
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Kritik an der Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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