Am vergangenen Sonntag hat ein Naturfotograf bei einem Hochsitz nahe Steffenberg-Oberhörlen einen Dachs aufgefunden, dessen Kopf abgetrennt war.
Nachdem der Augenzeuge die Polizei informiert hatte, vereinbarte diese mit dem Jagdpächter sowie dem Zeugen einen Termin vor Ort. Das tote Tier war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits beseitigt, lediglich Spuren von Blut und Fellreste waren noch vorhanden. PETA hat gestern bei der Staatsanwaltschaft Marburg Strafanzeige wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz sowie das Bundesjagdgesetz gegen den unbekannten Jäger gestellt.
Zudem hat die Tierschutzorganisation eine Ordnungswidrigkeitsanzeige bei der Jagdaufsicht des Landkreises Marburg-Biedenkopf eingereicht. Dachse dürfen in Hessen vom 1. November bis Ende Juli nicht bejagt werden, vor allem, um den Nachwuchs vor dem Verhungern zu schützen. PETA appelliert an Hessens Umweltministerin Priska Hinz, den Dachsen eine ganzjährige Schonzeit einzuräumen und das sinnlose Töten der Tiere ganz zu unterbinden.
„Viele Jäger betrachten den Wald als rechtsfreien Raum, weil die Überwachung so gut wie unmöglich ist. Das Töten von Tieren wie Dachsen, Füchsen und Mardern muss in Hessen endlich komplett verboten werden, denn sie werden nur zum Spass getötet“.
Peter Höffken, Fachreferent bei PETA.
Rechtliche Bewertung
Das Handeln des Jägers ist gemäß Paragraph 17 Nr. 1 TierSchG strafbar. Während der Schonzeit, die in Hessen für Dachse vom 1. November bis Ende Juli des Folgejahres andauert, dürfen diese Tiere nicht bejagt werden. Auch nach dem Jagdrecht handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit (Paragraph 39 Abs. 2 Nr. 3a Bundesjagdgesetz).
Erst Ende April erschoss ein Jäger im Landkreis Waldeck-Frankenberg einen Fuchs und einen Waschbären vor den Augen eines Wildtierfotografen. Der Fall wurde von PETA ebenfalls bei der Staatsanwaltschaft Kassel zur Anzeige gebracht.
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Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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