Humane Society International/Europa hat dem Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments eine Petition übergeben, die von weltweit fast 50’000 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet wurde und die EU auffordert, Massnahmen gegen den Jagdtrophäenhandel zu ergreifen. Die Petition enthält konkrete vorläufige politische Empfehlungen zur Verschärfung der bestehenden EU-Vorschriften für Jagdtrophäen, solange kein Verbot für deren Ein- und Ausfuhr besteht.
EU: Zweitgrösster Importeur von Jagdtrophäen
Ikonische Tierarten wie Löwen, Nashörner und Elefanten werden getötet und dann in die EU importiert und aus der EU geliefert, was der EU den traurigen Titel des zweitgrössten Importeurs von Tiertrophäen in der Welt einbringt. Das Europäische Parlament ist in einer guten Position, um das wiederholte Versagen der EU bei der ordnungsgemässen Umsetzung bestehender gesetzlicher Schutzmassnahmen anzugehen.
Dr. Joanna Swabe, Senior Director of Public Affairs bei HSI/Europe, sagte: «Wir haben es unendlich geschätzt, dass wir unsere Redezeit im Petitionsausschuss nutzen konnten, um die umstrittenen und überholten Behauptungen der Europäischen Kommission zu widerlegen, dass die ‹gut regulierte› Trophäenjagd sowohl für die Erhaltung der Wildtiere als auch für den Lebensunterhalt der lokalen Gemeinschaften von Vorteil sei. Es ist bedauerlich, dass sie bisher den Falschaussagen der Befürworter der Trophäenjagd Glauben schenkten, anstatt die sich häufenden Beweise für die Bewertung heranzuziehen, dass das Töten bedrohter und gefährdeter Arten zum Vergnügen dem Artenschutz schadet und tatsächlich zu einer zunehmenden Ungleichheit des Wohlstands beitragen kann. Wir sind enttäuscht, dass auch der kürzlich angenommene überarbeitete EU-Aktionsplan gegen den illegalen Wildtierhandel die ‹gut geführte Trophäenjagd› als eine nachhaltige Einkommensform aufführt. Wir lehnen diese Charakterisierung entschieden ab.»
EU-Aktionsplan mit widersprüchlichen Signalen
HSI/Europe begrüsst wiederum die jüngste Verpflichtung im überarbeiteten EU-Aktionsplan gegen den Wildtierhandel, die Einfuhr von Jagdtrophäen genauer zu prüfen und die Entscheidungsfindung bezüglich Länder-Arten-Kombinationen transparenter zu gestalten. Der Aktionsplan besagt auch, dass die Kommission erwägen wird, die EU-Rechtsvorschrift, wonach Jagdtrophäen von einer Einfuhrgenehmigung begleitet sein müssen, auf weitere Arten auszuweiten.
Die Petition von HSI/Europe an das Europäische Parlament verdeutlicht nicht nur die dringende Notwendigkeit dieser zusätzlichen Handelsschutzmassnahmen aus Gründen des Tierschutzes, der Arterhaltung und der Biodiversität, sondern auch aufgrund der Öffentlichkeit, die mit grosser Mehrheit fordert, dass die EU unverzüglich Massnahmen ergreift, um die Einfuhr von Jagdtrophäen, im Einklang mit dem geltenden Vorsorgeansatz im Artenschutz, zu verbieten.
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