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Tierwelt

D: Mehrheit für Undercover-Recherchen bei Viehzüchtern

Über 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland befürworten die Anfertigung von Undercover-Aufnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben, um damit Tierleid und Missstände aufzudecken. Dies zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Emnid-Umfrage, die von den Tierrechtsorganisationen in Auftrag gegeben und letzte Woche durchgeführt wurde.

Redaktion Wild beim Wild · 13. Juni 2018

Über 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland befürworten die Anfertigung von Undercover-Aufnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben, um damit Tierleid und Missstände aufzudecken. Dies zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Emnid-Umfrage, die von den Tierrechtsorganisationen in Auftrag gegeben und letzte Woche durchgeführt wurde.

85 % für stärkere Kontrollen

Die Umfrage ergab, dass sich der Grossteil der Gesellschaft Deutschlands (85,3 %) für stärkere Kontrollen in landwirtschaftlichen Betrieben ausspricht. Ausserdem halten 82 % der Befragten die heimliche Erstellung und anschliessende Verbreitung von Bildmaterial zur Aufdeckung von Tierleid und Missständen für gerechtfertigt. Die Ergebnisse stehen in starkem Kontrast zu aktuellen Äusserungen von CDU und FDP. Diese fordern eine härtere Bestrafung von Aktivisten, die für Undercover-Aufnahmen heimlich landwirtschaftliche Betriebe betreten, auch wenn erst dadurch tierquälerische Zustände aufgedeckt werden.

Gerichte stärken Tierrechtsaktivisten

Auch aus rechtlicher Sicht sind die Forderungen von CDU und FDP unhaltbar. Anders als behauptet, erfüllt das heimliche Filmen von Videos in landwirtschaftlichen Betrieben nicht den Straftatbestand eines Einbruchs, sondern stellt, wenn überhaupt, einen Hausfriedensbruch dar. Zusätzlich wurden erst kürzlich richtungsweisende Urteile des Bundesgerichtshofs und des Oberlandesgerichts Naumburg zu Gunsten von Tierrechtsaktivisten gefällt. Beide Gerichte sprachen sich für die Erstellung und Verbreitung der Bilder aus.

Aktuell und in der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle von gesetzeswidrigen Zuständen und Tierquälerei in deutschen Anlagen. Trotz gesetzlicher Regelungen und Kontrollen kamen und kommen diese jedoch selten zur Anzeige. Oftmals wurden verantwortliche Kontrollstellen und Ämter erst nach der Veröffentlichung von Undercover-Recherchen tätig. Mehr zu Tierrechten.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

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