Handelsbeschränkungen für viele Haie, Reptilien, Amphibien und tropische Wälder.
Auf der Weltnaturschutzkonferenz CITES, die am Freitag zu Ende ging, wurde der internationale Handel für mehr als 470 Tier- und Pflanzenarten stark eingeschränkt oder verboten. «Wir sind erleichtert, dass CITES ein so deutliches Zeichen gegen die Ausplünderung der Artenvielfalt gesetzt hat. Die grossen Gewinner dieser Konferenz waren Haie, Schildkröten, Glasfrösche und Tropenwälder», fasste Daniela Freyer von Pro Wildlife die 14-tägigen Verhandlungen zusammen.
Die Sprecherin von Pro Wildlife kritisierte die EU, die mit 27 Stimmen mehrfach versucht habe, Schutzanträge zu verhindern: «Viele Verhandlungen wurden von den teilweise kontraproduktiven Positionen der EU überschattet.» Vorschläge für ein Verbot des kommerziellen Handels mit Flusspferden und afrikanischen Elefanten scheiterten am Widerstand der EU.
Wichtige Entscheidungen
- Haie: Zum ersten Mal unterliegen 60 Haiarten weltweiten Handelsbeschränkungen (CITES-Anhang II); 54 Haiarten (einschliesslich der am intensivsten befischten Arten, insbesondere des Blauhais) und sechs Hammerhaiarten. Ausserdem wurden 37 Arten von Geigenrochen zum ersten Mal in den CITES-Anhang II aufgenommen.
- Exotische Haustiere: Schutz für mehr als 240 Arten von Reptilien, Amphibien und Zierfischen. Die meisten dieser Arten werden zum ersten Mal weltweiten Handelsbeschränkungen unterliegen (z. B. Glasfrösche, Kröteneidechsen, viele Schildkröten), sechs davon einem Handelsverbot.
- Afrikanischer Elefant: Zwei gegensätzliche Anträge zur Freigabe des Elfenbeinhandels und zum strengen Schutz aller Elefantenpopulationen erhielten nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Es wurde jedoch beschlossen, die umstrittene Ausfuhr lebender Elefanten vorerst einzustellen.
- Flusspferd: Ein Antrag von 10 afrikanischen Ländern, den Handel mit Elfenbein und anderen Flusspferdprodukten zu verbieten, erhielt nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit.
- Breitmaulnashorn: Ein Antrag, den Handel mit Horn zuzulassen, scheiterte; allerdings wurde der Schutzstatus der Population in Namibia gelockert.
- Tropenholz: Zum ersten Mal wurden weltweite Handelsbeschränkungen für mehr als 150 tropische Holzarten eingeführt.
- Kriterien für die Auflistung: Der Versuch, bei CITES-Entscheidungen kommerzielle Interessen zu berücksichtigen, wurde mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. «Dies war der gefährlichste Versuch der Industrie, CITES zu demontieren», sagte Freyer.
CITES: «Das schärfste Schwert für den Artenschutz»
CITES ist das einzige internationale Instrument, das den Raubbau an Tieren und Pflanzen für den kommerziellen Handel unterbindet. Im Gegensatz zu anderen Naturschutzabkommen trifft CITES verbindliche Entscheidungen. Halten sich die Staaten nicht daran, drohen ihnen Sanktionen.
Die nächste CITES-Weltnaturschutzkonferenz wird im Jahr 2025 stattfinden.
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