Im Jahr 2015 wurde in Deutschland ein Jagdhund versehentlich getötet. Er erlitt bei einer Wildschwein-Treibjagd schwere Schussverletzungen.
Kein Hobby-Jäger gibt sich zu erkennen
Hobby-Jäger fanden den schwerverletzten Hund 650 Meter entfernt von den nächsten postierten Wildtierkillern. Da der Besitzer des Hundes einen gesetzlichen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung hatte, gab kein Hobby-Jäger freiwillig zu, für die Tötung des Hundes verantwortlich zu sein.
Bei einer Notoperation fand der Tierarzt jedoch Wildschweinhaare in der Wunde des Hundes. Dies legte nahe, dass die Kugel zuerst ein Wildschwein und dann den Hund traf. Eine innovative Forschungsstudie beschreibt, wie innovative Techniken eingesetzt wurden.
Mit genetischem Profiling den Täter finden
Die Forschenden sammelten die Wildschweinhaare zusammen mit Muskelproben von den 19 Wildschweinen, die an diesem Tag erlegt wurden. Sie konnten die Haar-DNA-Probe erfolgreich mit einer der 19 Wildschwein-Gewebeproben abgleichen – mit 99,97-prozentiger Sicherheit.
Potenzial zur Verfolgung von Wildtierverbrechen
Ähnlich wie bei menschlichen Fällen kann die individualspezifische genetische Profilerstellung in der Wildtierforensik ein mächtiges Werkzeug zur Aufklärung von Wildtierverbrechen darstellen.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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