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Todesursache beim Reh ist zu 66 % die Jagd

Die Anzahl der Rehkitze, welche, gemäss Jagdstatistik, pro Jahr durch Hobby-Jäger geschossen werden, ist doppelt so hoch, wie die durch Unfälle umgekommenen (10'790/ 4'899). Rehkitze sind leichter zu schiessen und bei Hobby-Jägern beliebter, als ältere Tiere.

Redaktion Wild beim Wild — 17. Oktober 2018

Die Weidetiere Rehe sind Dämmerungs- und nachtaktiv geworden, weil sie durch die Hobby-Jäger dazu gedrängt wurden.

Sonst würden Rehe nachts schlafen und nicht für Nahrungssuche unterwegs sein und zum Beispiel mit Autos kollidieren.

Über 20’000 Wildunfälle ereignen sich Jahr für Jahr auf Schweizer Strassen und Schienen. Für den Menschen gehen die Zusammenstösse zwischen Auto und Wildtier zwar meist glimpflich aus, gleichwohl wurden gemäss Bundesamt für Statistik im letzten Jahr 78 Personen bei Tierunfällen leicht bis schwer verletzt.

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Der Luchs ist genetisch am Limit, trotzdem soll er als erster Kanton der Schweiz zum Abschuss freigegeben werden.

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Rehkitzmarkierung Schweiz

Das Projekt «Rehkitzmarkierung Schweiz» entstand zu einer Zeit, als das Reh in Europa Gegenstand vieler Forschungsprojekte war. Die jährlichen Markierungen der Rehkitze wurden seit 1971 konstant in der Schweiz fortgeführt. So entstand ein einzigartiger Langzeitdatensatz.

Im Jahr 2017 wurden 627 Rehkitze in 14 Kantonen markiert. 2017 wurden zudem 108 markierte Böcke, 69 Geissen und 8 Rehe mit unbekanntem Geschlecht zurückgemeldet, laut einer Erhebung von Wildtier Schweiz.

Reh
Reh

Die wiedergefundenen Rehe sind im Schnitt knapp 2-jährig, obwohl sie eine Lebenserwartung von über 10 Jahren haben.

66 % Todesursache ist die Hobby-Jagd

Die Todesursache beim Reh ist zu 66 % die Hobby-Jagd, 12 % Verkehr und 10 % Mähfahrzeuge. 2017 wurden rund 44’124 Rehe geschossen (Geisskitze 5’607, Bockkitze 5’183, Geiss 14’182, Bock 19’025). Fallwild durch Verkehr wird mit 9’148 beziffert.

Rehe bewegen sich nicht mehr, wie einst, über offene Felder, weil sie dort leichter erschossen werden können. So verbleiben Rehe lieber im Schutz des Waldes und beschaffen sich das Futter dort (Knospenverbiss). Auch das Wildschwein, eigentlich Waldbewohner, «wütet» auf Wiesen und Feldern, das Rotwild zieht sich in den Wald zurück.

Durch die vielen Verluste von Jungtieren (Hobby-Jagd und Fallwild) produzieren die Tiere mehr Nachwuchs, was den Kreis schliesst.

Urs Arter, Wildtierschutz Schweiz

Mehr dazu, warum die Hobby-Jagd als Populationskontrolle scheitert.

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