Schafsterblichkeit Schweiz: Krankheiten statt Wolf
Laut Biologen sterben in der Schweiz nur wenige Schafe an Altersschwäche oder Wölfen. Der grösste Teil verendet beim Schafhalter, wird geschlachtet oder ins Ausland verkauft.
Vernachlässigte oder kranke Schafe, die verenden, werden erst seit 2020 registriert und gemeldet.
40’000 Schafe starben im Jahr 2021. Die Zahl der Todesfälle ist jährlich gestiegen, letztes Jahr waren es bereits 56’838 Tiere, die starben, obwohl die Zahl der Tiere in der Schweiz nicht gestiegen ist. Auch Tiere, die geschlachtet und exportiert werden, wurden aus der Statistik ausgeschlossen.
Krankheiten, Witterung und Haltungsbedingungen
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen erklärt die Zunahme der toten Tiere durch Krankheiten, Witterung und Haltungsbedingungen. Parasitenbefall, Seuchen, aber auch extrem heisse Sommer oder strenge Winter seien für die vielen Todesfälle verantwortlich.
Die Todesfälle bei den Schafen sind im Vergleich zu anderen Nutztieren sehr hoch. Zum Vergleich: 2023 verendeten rund 13 % der rund 362’000 Schafe in der Schweiz. Bei den Rindern beträgt die Quote bloss 3,5 %. Ein Hinweis auf das grundlegende Tierschutzproblem in der Schweizer Nutztierhaltung.
Wölfe verursachen nur 2 % aller toten Schafe
Auch für David Gerke von der Gruppe Wolf Schweiz ist die hohe Zahl verendeter Schafe überraschend: «Bisher sind wir davon ausgegangen, dass rund 20 % der Schafabgänge Wolfsrisse sind», sagt Gerke. Diese Zahl habe sich auf eine Studie des Jahres 2011 gestützt, die jedoch nur die Sömmerung betrachtete – also die Zeit, die Schafe im Sommer auf der Weide verbringen. Zu den Todesfällen ausserhalb dieser Zeit fehlten bisher verlässliche Daten.
«Nun sehen wir, dass der Wolf nur knapp 2 % der Abgänge verursacht», sagt Gerke. Das verdeutliche, wie sehr die Politik beim Wolf überreagiere und ein Problem bewirtschaftet, das weit kleiner sei als gedacht. Diese Zahlen widerlegen das Jagdmythos, wonach Beutegreifer die Hauptursache für Schafverluste seien. Gerke, der selbst Schafe hält, glaubt, dass der hohe Anteil von Abgängen auf Parasiten und Seuchen zurückzuführen ist. «Bei den Schafen gibt es relativ viele Totgeburten und lebensschwache Tiere, die aufgepäppelt werden müssten», sagt er gegenüber dem tagesanzeiger.ch.
Politische Überreaktion statt Herdenschutz
Die Daten zeigen eindrücklich: Die irrsinnige Wolfsjagd löst kein Schafproblem. Statt massenhaft Wölfe zu schiessen, bräuchte es bessere Haltungsbedingungen, professionellen Herdenschutz und eine ehrliche Auseinandersetzung mit den wahren Ursachen der Schafsterblichkeit.
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