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Jagd

Warum ist der Verband Jagd Schweiz ständig in der Kritik?

Der Verband Jagd Schweiz sieht sich in den letzten Jahren vermehrt mit kritischen Stimmen konfrontiert.

Redaktion Wild beim Wild — 23. Juli 2025

Auch Hobby-Jäger werfen dem Verband immer wieder Hetze, Heuchelei und Inkompetenz vor.

Hobby-Jäger schaffen kein natürliches Gleichgewicht in der Natur, sondern sind der Schädling der Natur schlechthin. Wo Wildtiere bejagt und die Familien- sowie Sozialstrukturen zerstört werden, versagt die eigene Populationskontrolle im Biotop. Hobby-Jäger sorgen bis zum heutigen Tag für ein katastrophales Ungleichgewicht in der Natur. Mit den hohen, herangezüchteten Beständen an Schalenwild bringen sie zudem unter anderem die Schutzwälder in den Bergregionen in Gefahr.

Ein Facebook-Beitrag über die Herausforderungen der Raubtierpräsenz in der Schweiz und deren Auswirkungen auf die Landwirtschaft und Tierwelt.

Insbesondere der Geschäftsführer von Jagd Schweiz, David Clavadetscher, fällt seit Jahren auf. Was genau sind Sämesen? Siamkatzen? Welche Arten sind in Gefahr, die wieder eingeführt wurden? Etwa die umstrittene Steinbockjagd im Wallis? Der Biber, Amphibien, Libellen, aquatische Weichtiere oder die Fische? Luchse oder Wölfe werden nach wie vor hauptsächlich von Hobby-Jägern gewildert. Es gibt auch zahlreiche Belege für Wolfstötungen durch Luchse. 

Es hat noch nie eine Wildtierart eine andere Art ausgerottet. Dies ist immer nur der Hobby-Jägerschaft gelungen.

Im Wallis wurden im Jahr 2024 insgesamt 61 Wölfe nachgewiesen, darunter 36 neue Individuen, schreibt das Bulletin Valais. Es wurden 11 Rudel identifiziert, davon 9 mit bestätigter Reproduktion. Ein Wolfsrudel kann jährlich bis zu 300 Hirsche, Rehe und Gämsen erlegen. Wölfe jagen und töten in erster Linie Tiere, die sie leicht erreichen und überwältigen können, darunter auch alte, kranke und schwache Tiere, sowie Jungtiere und Weidetiere, wenn diese unzureichend geschützt sind. 

Der Verband Jagd Schweiz fördert militante Partikularinteressen, die offenbar überhaupt nicht im Sinne der nachhaltigen Biodiversität oder des gesunden Menschenverstandes sind. Das ganze Propaganda-Geschrei der Hobby-Jäger um die Hegearbeit verhält sich umgekehrt proportional zu den Taten und Resultaten. Auch der UNO-Bericht bestätigt dies. Von der UNO wird angenommen, dass ein hoher Prozentsatz aller ausgestorbenen Tierarten durch Mithilfe der Hobby-Jäger verschwunden ist. Hobby-Jäger tragen nachweislich zur Minderung der Biodiversität bei. In dem Durcheinander, in dem sich die Natur nach jahrzehntelanger Hege und Pflege der Schweizer Hobby-Jäger befindet, ist der Anteil der bedrohten Arten laut der UNO in keinem Land der Welt so gross wie in der Schweiz.

Jagdvereine kultivieren bei einer genauen Analyse in erster Linie Respektlosigkeit und eine Gewaltkultur – genau das Gegenteil, wonach ein kultivierter Mensch in unserer Gesellschaft streben sollte. Praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, wird von Jagdverbänden gefördert. – IG Wild beim Wild

Die Kritik gegenüber der Hobby-Jagd basiert auf verschiedenen Faktoren, die sowohl die Jagdpraxis als auch die Haltung des Verbands zu ökologischen und ethischen Aspekten der Jagd betreffen. Im Folgenden werden die wesentlichen Punkte näher beleuchtet.

1. Umgang mit Wildtieren

Einer der häufigsten Kritikpunkte an der Jagd in der Schweiz ist der Umgang mit Wildtieren. Tier- und Umweltschützer werfen dem Verband Jagd Schweiz vor, dass die Hobby-Jagd nicht verantwortungsbewusst durchgeführt werde. Vorwiegend die Hobby-Jagd auf Arten wie Wölfe oder Luchse steht aktuell im Fokus der Debatte. Kritiker argumentieren, dass der Verband eine überholte Sichtweise auf den Naturschutz und die Rolle der Beutegreifer in den Ökosystemen vertritt. Anstatt auf eine kooperative Lösung hinzuarbeiten, wird häufig eine aggressive Jagdpolitik verfolgt.

2. Politische Einflussnahme

Ein weiterer Kritikpunkt ist die enge Verknüpfung des Verbands Jagd Schweiz mit politischen Institutionen und Lobbygruppen. Es wird argumentiert, dass der Verband zu stark von wirtschaftlichen Interessen geprägt ist, was zu einer Verzerrung der ethischen Grundlagen der Jagd führt. Kritiker behaupten, dass der Verband oft die Interessen von Landwirten und der Forstindustrie über das Wohl der Wildtiere sowie des Naturhaushalts stelle. Dies führt zu einer Polarisierung zwischen Jägerschaft und Naturschutzbewegungen. Würden Hobby-Jäger von Tier- und Naturschützern nicht immer wieder aufs Neue geschult und an die kurze Leine genommen, gäbe es in der Praxis beim jägerischen Unsinn keine Obergrenze.

3. Imageproblematik der Jagd

Das allgemeine Image der Hobby-Jagd leidet unter den Praktiken, die mit dem Verband Jagd Schweiz und seinen Mitgliedern in Verbindung gebracht werden. Die Hobby-Jagd wird häufig als ein elitärer Zeitvertreib wahrgenommen, der von den Bedürfnissen der Tierwelt und dem Naturschutz abgekoppelt ist. Die Verwendung moderner Technologien und Methoden wird oft kritisiert, da sie die Ungleichheit im Jagdverhalten verstärken.

Dennoch nennen sich Hobby-Jäger Tier- und Naturschützer. Ständig führen sie ihre gesetzliche Verpflichtung, durch die Hege des Wildes für einen ‚artenreichen und gesunden Wildbestand‘ zu sorgen, im Munde. Die Hälfte der einst jagdbaren Tierarten ist jedoch in keinem guten Erhaltungszustand oder ausgestorben (z. B. Elch, Wisent, Luchs, Wolf, Wildkatze, Auer-, Birk-, Haselhuhn, Grosstrappe, Adler, Falken, Geier), und das trotz 143 Jahren ‚waidmännischer Hege‘ in der Schweiz.

Wenn Hobby-Jäger von Zusammenhängen, Nachhaltigkeit, Wildtiermanagement usw. reden, handelt es sich in Wirklichkeit um Scharlatanerie. Hobby-Jäger manipulieren, fabulieren, drangsalieren, terrorisieren und beuten aus. Die IG Wild beim Wild hat unlängst eine Strafanzeige gegen den Verband Jagd Schweiz eingereicht.

4. Mangelnde Transparenz und Kommunikation

Die Kommunikation des Verbands wird ebenfalls häufig als unzureichend bewertet. Kritiker bemängeln, dass der Verband oft nicht offen und transparent über Entscheidungen und Jagdpraktiken informiert. Diese Intransparenz führt zu Misstrauen zwischen der Jägerschaft, der breiten Öffentlichkeit und den Naturschutzorganisationen. Ein Mangel an klaren, verständlichen Informationen über die Notwendigkeit und die Ethik der Jagd erschwert die Sicht auf die Hobby-Jagd als nachhaltig und respektvoll gegenüber der Natur. Es gibt überhaupt keine wissenschaftliche Ökologisierung.

Wildtiere stehen in erster Linie den Beutegreifern zu, nicht den Hobby-Jägern, aber Wolf oder Luchs will man ja nicht so richtig. Fallwild will man nicht, den Fuchs auch nicht, der dies beseitigen würde. Füchse werden sinnfrei und planlos wie in einem Wahn abgeschossen. Die Regulierung der Wildbestände erfolgt nicht nach natürlichen wildbiologischen Gegebenheiten, sondern nach Jägerlatein. Geschützte Arten wie der Feldhase, das Birkhuhn, das Schneehuhn und die Waldschnepfe haben auf der Liste der jagdbaren Arten nichts verloren. Jede jagdliche Aktivität der Hobby-Jäger ist eine massive Störung für die gesamte Flora und Fauna.

Der Verband Jagd Schweiz steht unter dem Druck, seine Praktiken und Strategien zu überdenken und sich auf die Herausforderungen der modernen Gesellschaft einzustellen. Es liegt an ihm, ein Gleichgewicht zwischen den minderwertigen Interessen der Jägerschaft, dem Tierschutz und der Natur zu finden.

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