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Tierwelt

Italien: Staat muss Tiere und Ökosysteme schützen

Italien verankert den Schutz von Tieren und Ökosystemen in der Verfassung. Ein historischer Schritt für die Tierrechte in Europa.

Redaktion Wild beim Wild — 17. Februar 2022

Am 9. Februar stimmte das italienische Parlament für die Aufnahme des Tier- und Umweltschutzes in die Verfassung des Landes.

Die Abgeordnetenkammer billigte den Verfassungsentwurf mit einer knappen Zweidrittelmehrheit (468 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme und 6 Enthaltungen). Dank dieser Reform werden den Tieren nun in der Verfassung volle Rechte zuerkannt, wie dies nur in vier anderen Ländern weltweit der Fall ist.

Vor der Änderung schützte Artikel neun der Verfassung die «natürliche Landschaft und das historische und künstlerische Erbe der Nation«. Jetzt enthält der Artikel den Auftrag, die Umwelt, die biologische Vielfalt, die Ökosysteme und die Tiere «im Interesse der künftigen Generationen» zu schützen. Bisher hiess es in Artikel 41, dass wirtschaftliche Tätigkeiten «nicht gegen das Gemeinwohl oder in einer Weise durchgeführt werden dürfen, die die Sicherheit, Freiheit und Menschenwürde beeinträchtigen könnte».

Die Reform ist ein Meilenstein und ein konkretes Instrument für einen wirksamen Tierschutz auf gesetzgeberischer und gerichtlicher Ebene.

Sicherlich wären wir gerne noch weiter gegangen, aber angesichts der derzeitigen instabilen politischen Verhältnisse können wir das Ergebnis wohl als ein Wunder bezeichnen, denn die neuen Bestimmungen gelten nicht nur für Katzen und Hunde, wie vom LAV gefordert, sondern für alle Tiere, in voller Übereinstimmung mit dem antispeziesistischen Grundsatz, der unser Engagement immer geleitet hat. Diese Reform füllt eine inakzeptable Lücke in der italienischen Verfassung. Sie sollte jedoch nicht als Zielpunkt betrachtet werden, sondern als Sprungbrett, um mit mehr Elan und Kraft zu einem neuen Anfang zurückzukehren. So werden die Tiere in den kommenden Gesetzen und in der künftigen Rechtsprechung leichter Schutz und Achtung finden. Dank dieser Reform werden die italienischen Bürger, Verbände und Freiwilligen mehr Mittel und Möglichkeiten haben, um die Rechte der Tiere zu fördern und zu schützen.

Gianluca Felicetti, Präsident des LAV

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