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Tierwelt

Grösste Operation gegen illegalen Wildtierhandel in Brasilien

In einer beispiellosen Aktion gegen den illegalen Handel mit Wildtieren hat die Polizei in Rio de Janeiro mehr als 700 exotische Tiere beschlagnahmt und aus der Gewalt von Schmugglern befreit. Es handelt sich um die bislang grösste Operation dieser Art in Brasilien.

Redaktion Wild beim Wild — 18. September 2025

Die Einsatzkräfte entdeckten bei der «Operation São Francisco» Affen, Papageien, Tukane, Schlangen und sogar bedrohte Arten wie Jaguare. Die Tiere waren aus geschützten Lebensräumen entwendet, betäubt und in urbane Zentren gebracht worden, wo sie auf Schwarzmärkten – oftmals unter Kontrolle von Drogenbanden – verkauft werden sollten.

«Es handelt sich um eine stille Ausrottung unserer Fauna, ein Verbrechen, das Ökosysteme zerstört und die Artenvielfalt Brasiliens bedroht», erklärte Bernardo Rossi, Umweltsekretär des Bundesstaates Rio de Janeiro.

Millionengeschäft für die organisierte Kriminalität

Laut Polizei bringt der Handel mit Wildtieren der organisierten Kriminalität jährlich Millionen ein. Die Ermittler deckten ein weitverzweigtes Netzwerk auf, das von Wilderern über Transporteure bis hin zu Dokumentenfälschern reicht. Viele Tiere überleben den Transport nicht. «Dieser Tierhandel ist nicht nur grausam, sondern auch ein Todesurteil, da zahlreiche Tiere sterben, bevor sie überhaupt verkauft werden», sagte Rossi.

Die Bande, die nun ins Visier der Behörden geriet, soll nicht nur am Wildtierhandel beteiligt gewesen sein, sondern auch am Schmuggel von Waffen und Munition. Diese fliessen in gewaltsame Auseinandersetzungen in den Favelas von Rio.

Der weltweite Handel mit Wildtieren boomt – und auch die Schweiz spielt dabei eine alarmierende Rolle als Abnehmerland. Immer wieder decken Tierschutzorganisationen erschütternde Missstände auf: Affen, die in Kinderkleidung zur Schau gestellt werden, Wildtiere, die in winzigen Käfigen dahinvegetieren. Viele sind krank, unterernährt und leiden still. Ob auf Onlineplattformen oder auf sogenannten Exotenbörsen – der Handel mit Wildtieren ist ein System des Leids. In Privathand können diese Tiere niemals artgerecht leben. Was für manche Menschen ein ‹Hobby› ist, bedeutet für die Tiere Isolation, körperliche Schmerzen und psychisches Leid. Es ist höchste Zeit für klare, einheitliche Gesetze, die den Handel stoppen und den Schutz der Tiere in den Mittelpunkt stellen. Ein Verbot der privaten Haltung von Wildtieren ist dafür unerlässlich. Sie gehören nicht ins Wohnzimmer, sondern in ihre natürlichen Lebensräume, kommentiert die IG Wild beim Wild.

«Wir fordern ein Ende der Tierqual im Namen von Sammelleidenschaft und Statussymbolen – zum Schutz der Tiere und für mehr Menschlichkeit.»

Grossangelegte Razzien

Rund 1’000 Einsatzkräfte führten mehr als 40 Haftbefehle und 270 Durchsuchungen in Rio de Janeiro und angrenzenden Bundesstaaten durch. Mindestens 40 Verdächtige wurden festgenommen. Die beschlagnahmten Tiere werden derzeit medizinisch untersucht und von Fachleuten sowie freiwilligen Tierärzten auf eine mögliche Rückkehr in ihren natürlichen Lebensraum vorbereitet.

Die brasilianischen Behörden sehen in der Aktion ein deutliches Signal gegen den florierenden illegalen Tierhandel – und hoffen, damit auch langfristig das ökologische Gleichgewicht zu schützen.

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