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Wildtiere

Frühstart in den Frühling – die Hummel-Königinnen fliegen los

Wer um 7 Uhr in der Frühe das Haus verlässt, hat es längst bemerkt: Die Sonne ist bereits aufgegangen. Die dunkle Jahreszeit geht zu Ende; am 1. März ist es laut Kalender offiziell: Der Frühling hat angefangen! Die jungen Hummel-Königinnen spüren auch ohne Kalender, dass der Frühling kommt. Sobald das Thermometer über null Grad klettert

Redaktion Wild beim Wild — 20. Februar 2018

Wer um 7 Uhr in der Frühe das Haus verlässt, hat es längst bemerkt: Die Sonne ist bereits aufgegangen. Die dunkle Jahreszeit geht zu Ende; am 1. März ist es laut Kalender offiziell: Der Frühling hat angefangen! Die jungen Hummel-Königinnen spüren auch ohne Kalender, dass der Frühling kommt. Sobald das Thermometer über null Grad klettert und die Sonne scheint, krabbeln sie voller Elan aus ihren Überwinterungsquartieren. Sie sind die ersten Wildbienen des Jahres, die der Sonne entgegenfliegen.

Kraftnahrung für die Königinnen

«Dabei geben die Königinnen alles an Kraft, was sie nur aufbringen können», erklärt Manuel Pützstück, Wildbienenexperte von der Deutschen Wildtier Stiftung. «Bis Mitte April müssen sie ihre Nester gebaut haben, um darin viele hundert Eier abzulegen.» Mit Hilfe einer kleinen, mit Nektar gefüllten Honigblase im Körperinneren schaffen es die Insekten, die ersten Stunden in den kühlen Februar-Tagen zu überleben, ohne zu verhungern. «Doch dann brauchen sie schnellstens gehaltvolle Kraftnahrung», sagt Pützstück. Diese besteht – wie bei einem Profisportler – aus möglichst viel Proteinen und Kohlenhydraten. Gartenbesitzer können für die fliegenden Königinnen den Tisch decken: wo Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher und Weidenkätzchen wachsen, können Hummeln eiweissreichen Blütenpollen und zuckerhaltigen Blütennektar naschen.

Bis zu tausend Blüten pro Tag

Hummeln sind mit die ersten fliegenden Bestäuber des Jahres und damit wichtig für alle frühblühenden Obstsorten wie Kirschen und Äpfel. «Pro Tag besuchen Hummeln bis zu tausend Blüten und mehr. Dafür ist die Wildbienenart bis zu 18 Stunden am Tag in der Luft. Das ist eine Höchstleistung!» Wie kommt das sympathische Schwergewicht zu solchen Ausnahmerekorden? Möglich wird diese Höchstleistung nur durch eine Art Spezialanfertigung der Flügel. Im Gegensatz zu den Tragflächen eines Flugzeuges sind Hummelflügel in sich voll beweglich. Durch eine Krümmung der Flügel und ein ganz spezielles Schlagmuster wird der benötigte Auftrieb erzeugt. Zuvor zittert sie sich mit ihren Muskeln warm und erhöht so ihre Körpertemperatur auf 30 Grad für einen perfekten Start in den blauen Frühlingshimmel. Mehr zu faszinierenden Wildtieren und Umwelt und Naturschutz.

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